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Viel Publizität entwickelten die Verkehrsbetriebe Zürich im Sommer 1982 im Zusammenhang mit ihrem hundertjährigen Bestehen. Die Bemühungen, damit den oftmals geschmähten öffentlichen Verkehr beim breiten Publikum ins rechte Licht zu rücken, durften als durchaus geglückt bezeichnet werden, denn zu Tausenden strömten die Interessenten am 28. August 1982 in die heiligen Hallen der Zentralwerkstätte (ZW) an der Luggwegstrasse in Zürich Altstetten, am 4. September in die wackligen Gemäuer der damals noch bestehenden alten Strassenbahn-Werkstätte im Seefeld und ganz besonders am 5. September in die Innenstadt, wo vom Rösslitram bis zum modernsten Tram 2000 alles Interesse fand, was aus hundert Jahren Strassenbahn-Fahrzeuggeschichte noch greifbar war. Und dies war schon damals dank den Bemühungen des Vereins Tram-Museum Zürich (TMZ) zur Erhaltung alter Trams nicht wenig. Die fleissig zirkulierenden historischen Fahrzeuge waren denn auch stets bis auf den letzten Platz besetzt. Die Hauptattraktion bildete das Rösslitram. Mancher Passant fragte sich allerdings, was die beiden Buchstaben "TN" in verschnörkelter Schrift auf den Wagenseitenwänden bedeuten sollten. Es handelte sich nämlich um den historischen Rösslitramwagen der Trambahn Neuchâtel, den man sich auslieh; da kein echter Zürcher Wagen aus der Pferdebahnzeit mehr vorhanden ist. Bei dem im Verkehrshaus ausgestellten Wagen C 27 handelt es sich um einen wagenbaulich gleichen, einstigen elektrischen Triebwagen der Trambahn Vevey - Montreux, dessen solidere Konstruktion sich durch ein höheres, dem 1-PS- Traktionsmittel wenig zuträgliches Eigengewicht manifestiert.
Der erfolgreiche Tag der offenen Türe in der ZW Altstetten ermöglichte den zahlreichen Tramfreunden einen Einblick in die Tätigkeit der damals modernsten, damals erst seit sechs Jahren in Betrieb stehenden Tram- und Buswerkstätte der Schweiz (die zum Teil im Freien arbeitenden Handwerker der Genfer Trambahn konnten damals davon nur träumen, haben es aber inzwischen auch besser ...). Eine grosse Überraschung bildete für zahlreiche fachkundige Besucher der in Ausführung begriffene Umbau des Forchbahn-Triebwagens BDe 4/4 9 zum Schneepflugwagen in ähnlicher Form wie die Xe 4/4 1921 - 1929 der VBZ (inzwischen teilweise nach Bern verkauft). Damit konnten die FB-Originaltriebwagen von 1912 von ihrer letzten Aufgabe entbunden werden. Wesentlich weniger auffällig präsentierte sich der technisch umso spektakulärere Umbau des Tramwagens Be 4/6 2008, der versuchsweise eine elektrische Ausrüstung in Umrichtertechnik von BBC erhielt. Damit sollten während mehreren Jahren praktische Erfahrungen im Hinblick auf weitere Neubaufahrzeuge gesammelt werden. Für das Schweizer Stammhaus von Brown, Boveri & Cie., das hier erstmals ein Schienenfahrzeug mit einem Stromzwischenkreisumrichter ausrüstete, bot sich hier die Gelegenheit, eine Referenz für die Verkaufswerbung zu schaffen.
Eher ungeschickt präsentierten die VBZ eine weitere Neuerung. Die Vorstellung des zum Partytram umgebauten "Elefanten" Be 4/4 1330 ging völlig in der Fülle der Jubiläumsveranstaltungen unter. In Anlehnung an das seit Jahren in Bern verkehrende Speisewagentram versah man den mit fernbedienten Türen ausgerüsteten und damit einmännig verwendbaren Wagen mit Tischen, Tischlämpchen und weiterem Zubehör, um damit kulinarisch angereicherte Kreuzfahrten auf dem über 60 km langen Schienennetz der VBZ zu ermöglichen. Ein namhafter Zustupf einer ortsansässigen Grossbank ermöglichte diesen Umbau.
Spendabel erwies sich auch eine zusammen mit dem Zürcher Tram hundert Jahre alt gewordene bekannte Möbelfirma, deren OboIus aus dem Werbebudget zudem einem historisch wertvolleren Objekt zugute kommt, nämlich der Restaurierung des Wagens Nr.1 der einstigen Trambahn Zürich - Oerlikon - Seebach (ZOS) von 1897. Seit etlichen Jahren waren die aktiven Mitglieder des Vereins TMZ mit der Verwandlung des Forchbahn-Dienstwagens Xe 2/2 51 zum Oldtimer im Kleid der einstigen ZOS beschäftigt. Dank der aufmunternden Finanzspritze wie auch durch die Mitwirkung der VBZ-Werkstätte hatten die Arbeiten nun erheblichen Auftrieb erhalten, so dass man ab 1985 des Anblickes eines mustergültig rückrestaurierten Tramwagens aus der Frühzeit erfreuen durfte. Das historisch nicht entsprechende Forchbahn-Untergestell ist durch das den ZOS-Wagen weitgehend ähnliche Untergestell des VBZ-Dienstwagens Xe 2/2 1947 ersetzt worden.
Hans Waldburger
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Am 05.09.1982 fand das Fahrzeugcorso durch die
Innenstadt statt, angeführt von einem "Rösslitram". Nur, das
Rösslitram fuhr auf Gummirädern! Dieser Wagen läuft normalerweise nur am Sechseläuten-Umzug
mit. In seiner Erscheinung und Proportionen entspricht er jedoch weitgehend
einem Originalwagen. Der Wagen gehört dem Zentralkomitee der Zürcher Zünfte.
Foto: R. Baumann, Sammlung: H. Waldburger |
Letzte Änderungen: 30.08.2006
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Copyright © 1997 - 2003 Verein Tram-Museum Zürich |
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