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Lead: Tag der offenen Tür am 25. Juli 1998gis. «Lisebethli» nannte der Volksmund die gelbe Limmattal-Strassenbahn, die in den Jahren 1900 bis 1931 zwischen Zürich und Dietikon sowie zwischen Schlieren und Weiningen verkehrte. Der Verein Tram-Museum Zürich hat sich zum Ziel gesetzt, bis ins Jahr 2000 ein im Jahre 1900 gebautes Tram der Limmattal-Strassenbahn zu restaurieren. Mittlerweile wurde in über 5000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden das Untergestell vollendet, welches später den hölzernen Wagenkasten tragen wird.
«Industriearchäologie» habe er betrieben, meint der Projektleiter Jakob Schneider. Zu Beginn der Restaurationsarbeiten im Jahre 1994 sei «Lisebethli» in einem desolaten Zustand gewesen. Bevor das Tram in seine mehr als 5000 Einzelteile zerlegt worden sei, habe ein Fachphotograph von jedem Detail ein Bild gemacht. Die so entstandene minuziöse Photodokumentation, für den originalgetreuen Zusammenbau unabdingbar, belegt, dass «Lisebethli» in ihrer Dienstzeit einmal einen schweren Schock erlitten haben muss: die Stahlkonstruktion des vorderen Fahrgestelles war gestaucht. Obwohl bei der Restaurierung wenn immer möglich die Originalteile verwendet wurden, musste das gesamte Bremsgestänge nach Zeichnungen des Tram- Museums neu angefertigt werden. Bei einer Vollbremsung muss das Tram nach einer Wagenlänge stehen, diese Vorgabe wäre mit der Verwendung der Originalteile nicht zu erreichen gewesen. Die Elektromotoren hingegen stammen aus dem Jahre 1908. «So etwas Schönes findet man heute nicht mehr», bedauert Jakob Schneider. Um die Jahrhundertwende hatte die Strassenbahn neben der Beförderung der Fahrgäste noch andere Aufgaben. So führte die Limmattal-Strassenbahn zwischen 1901 und 1910 einen kleinen Anhängewagen zur Postbeförderung mit. Der so genannte Postrolli wurde ebenfalls restauriert.
«Lisebethlis» Untergestell und der Postrolli können besichtigt werden. Am Samstag, 25. Juli, bietet das Tram-Museum Zürich dem Publikum Einblick hinter die Kulissen seiner Restaurierungswerkstatt im Depot Hard beim Escher-Wyss-Platz. Ausserdem werden zwischen der Haltestelle bei der Pestalozzi-Anlage an der Bahnhofstrasse und dem Escher-Wyss-Platz von 10 Uhr 30 bis 16 Uhr viertelstündlich historische Tramwagen verkehren.
Letzte Änderungen: 30.08.2006
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