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Unsere Werkstatt


Geschichte

Seit der Gründung des Vereins Tram Museum Zürich revidieren und unterhalten wir unsere Fahrzeuge zu einem sehr grossen Teil selbst und sorgen für dessen Finanzierung. Jedoch ohne die grosse Unterstützung der Verkehrsbetriebe Zürich würde dies nie gehen.

Als Erstes wurde den die Wagen Ce 2/2 2 + C 626 revidiert. Dies geschah in der alten Strassenbahnwerkstätte Seefeld. Hier legten sich einige VBZ - Mitarbeiter sehr ins "Zeugs"! Damit wurde innert kürzester Frist die erste Museumskomposition betriebsbereit.

Burgwies

In der Remise des Depot Burgwies, der ersten Heimat unserer Werkstätte, folgten die Revisionen der Wagen Ce 2/2 176 und Ce 4/4 321. Dazwischen kamen die kleineren Revisionen und Änderungen an den Wagen Ce 2/2 102 und C 455 (Lichtrute).
Zuhinterst in der Ecke stand unser heutiger ZOS Ce 2/2 1, eine Ruine! Ein Zutritt war kaum möglich. Die Türen klemmten so fest, dass sie nicht ganz geöffnet werden konnten.
Die Garderobe, das Hand- und Ersatzteillager war in noch nicht revidierten Wagen untergebracht. Sehr oft waren wir froh, einiges Werkzeug von den Reparateuren zu erhalten. Eine Handbohrmaschine gehörte schon zu den Kleinoden unserer Werkzeuge!
Eine Platzverbesserung entstand dadurch, dass uns neben dem Wendegeleise auf der Bachseite, eine Baracke erstellt wurde. Sie diente fortan als Ersatzteillager.

Da die Remise nicht geheizt war, durften wie an kalten Samstagen, unsere Revisionsobjekte selbst in die geheizte Wagenhalle bringen.

Die gelungene Revision des Wagens Ce 2/2 176 bedeutete für unseren Verein den Durchbruch bei den VBZ. Wir zeigten, dass wir selbst etwas erreichen konnten.

Kalkbreite

Unsere zweite Heimat war dann ab 1976, das alte Depot Kalkbreite. Im Hauptgebäude bezogen wir einen grossen Raum im 1. Stock, er diente als geheizte Werkstatt. Die Gardarobe war in einem der nicht mehr genutzten und noch nicht abgebrochenen 2-achs Anhänger und somit auch ab Fahrleitung heizbar!
Hier revidierten wir den Wagen C 687. Im Sommer stellten wir den Wagen, den besseren Lichtverhältnissen wegen, jeweils vor das Depot.
Die  600 V Depotbeleuchtung (5 Glühbirnen in Serie a 120 Volt) und die Rolltore hatten so ihre Tücken. Mit einem alten Turmwagen mussten diese oft repariert werden. Auch war nicht jeder Platz gleichgut von den Witterungseinflüssen geschützt. Dafür hatten die diversen abgestellten Dienstwagen und die umfangreiche Geleiseanlage so das ihre. Unter dem kritischen Blick des Depotchefs "mussten" wir oft sehr plausible und umfangreiche Manöver erledigen!
In der Kalkbreite haben wir auch einige alte VBZ - Wagen zwecks Ersatzteilgewinnung ausgeschlachtet. Der heutige Wagen LSB Ce 2/2 2 stand in der Kalkbreite noch in seinem Anstrich, wie er zuletzt bei der MC fuhr. Hier wurde auch in mühevoller Arbeit eine Seitenwand abgeschliffen, um so die diversen originalen Limmattal Strassenbahn Anstriche hervor zu heben.
Die Kalkbreite diente noch bis April 1979 als Wageneinstellhalle für unsere Museumswagen und Ersatzteillager. Der C 687 wurde noch hier fertig gestellt und am 25.08.1979 erfolgte seine zweite Jungfernfahrt.

Seefeld

Unsere dritte Heimat wurde das alte Depot Seefeld. Am 02.07.1977 begann die Revision am ZOS Ce 2/2 1. Zuerst erfolgte hier nur die Revision des ZOS Wagens, der Rest der Wagen blieb in der Kalkbreite.
Die Revision des ZOS begann abenteuerlich, ausgerüstet mit einigen Schraubenzieher, Handbohrmaschinen und weiterem Kleinzeug. Als erstes musste einiges an Werkzeug beschafft werden. Hier haben sich einige Mitglieder sehr stark verdient gemacht.
Der ZOS war sicher bis zur Jungfernfahrt am 25.01.1986 die grösste Herausforderung, daneben wurde auch der Xe 2/2 1935 hier revidiert und am C 455 das Notsignal eingebaut. Es entstand auch ganz nebenbei das Wägelchen X 101.
Einen nicht zu unterschätzenden Arbeitsaufwand brachte danach die "Pinselrevision" des WMB CFe 4/4 2. Das ganze Untergestell wurde total vom Dreck und Rost befreit. Es erfolgte ein sauberer Farbaufbau, um so das Fahrzeug gut zu schützen und eine spätere Revision mit Wiederinbetriebnahme nicht zu verunmöglichen.
Über Platzprobleme konnten wir uns im Seefeld nie beklagen. Alles war an einem Ort. Dafür war einiges mehr als nur sehr abenteuerlich! Die elektrischen Rolltore und Fahrleitungsanlage, die Wasserfestigkeit des Daches, die Putzgrubenabdeckungen, die Beleuchtung, die Taubenplage, schlicht um, alles war sehr baufällig und immer für ständigen Arbeitsanfall gut.
Nicht zu öffnende oder selbständig herunterrollende Depottore sowie Kurzschlüsse zwischen Fahrleitung und Depottor waren nichts aussergewöhnliches!
Der Auszug erfolgte im Herbst 1989. Das Depot musste einer Neuüberbauung weichen. Ein Teil der Fahrzeuge zog in die Wartau, der grosse Rest nach Oerlikon.

Wartau

Unsere vierte Heimat wurde mit der Einweihung am 23. / 24. September 1989 das alte Depot Wartau. Geplant als Einstellhalle wurde es bald Depot, Museum und Werkstatt. Zuerst erstellten wir jedoch den gesamten Innenausbau selbst.
Danach erfolgten einige sich aufdrängende Zwischenrevisionen, so an den Wagen C 455, Xe 2/2 1905, Ce 2/2 2 und Ce 2/2 176. Mit der Planung der Revision des LSB Ce 2/2 2 wurde uns schnell klar, dass das in der Wartau kaum möglich ist. Denn dann wäre der inzwischen erfolgreich betriebene Museumsbetrieb nicht mehr machbar gewesen und es hätten sicherlich höchstens zwei weitere Wagen abgestellt werden können.
In der Wartau als Museum, werden heute nur noch kleinere Reparatur und die Unterhaltsarbeiten ausgeführt.

Hard

So kamen wir zu unserer fünften Heimat im Hard. Nach längeren Evaluationen für eine kostengünstige Lösung, bot uns die VBZ die ehemalige Bahnbauwerkstätte im Depot Hard an. Diese hatte/hat  zwar keinen Schienenanschluss, die Geleise führen jedoch unmittelbar vor dem Einfahrtstor hindurch, dies spielte/spielt für eine jahrelang andauernde Revision keine Rolle. So bezogen wir also die Werkstätte Hard und begannen anfangs 1995 mit der Revision am LSB Ce 2/2 2. Die letzten Fertigstellungsarbeiten erfolgten anfangs 2002.
2002 führten wir in der Wartau am ZOS Ce 2/2 1 kleinere Dachreparaturarbeiten aus. Dazu wurden Vorbereitungsarbeiten in der Hard erledigt. Gleichzeitig erfolgten viele Aufräumarbeiten, das Magazin mit Ersatzteilen und Ausstellungsstücken erfasst und geordnet.
Zur Zeit ist für eine Zwischenrevision der Wagen Ce 2/2 102 in der Werkstatt, insbesondere das Dach wird hauptrevidiert und neu verkabelt. Im laufe des Jahres 2003 soll der  Ce 4/4 1530 in die Werkstatt kommen.
Gleichzeitig laufen die erste Vorbereitungsarbeiten zur Revision / Erstellung des Wagens Ce 2/2 57!

Heute ist im Hard unsere bestens eingerichtete Werkstätte. Es ist auch unser erstes geheiztes Domizil!

Gesamthaft darf gesagt werden, unsere Lage hat sich mit vielen Hochs und Tiefs stetig verbessert. Was die Zukunft im Zusammenhang mit der Burgwies bringt,  ist noch in vielem offen.

J. Lüthard


Die Werkstatt heute

Gesamtansicht vom Depottor her.

Ganz rechts, nicht mehr sichtbar, das Konstruktionsbüro. Die Türe rechts führt in den Aufenthaltsraum. In Bildmitte die Werkstatt, dahinter das Handlager und der Werkplatz.

Das Geleise besteht aus auf den Boden gelegten Brückenschienen. Die Geleiselänge ist ca.25 m. Vorne sind zusätzliche Schienen erkennbar, die zur Verlängerung auf den Hof dienen um Wagen auszuwechseln.

Der Wagen Ce 2/2 93, zukünftig Ce 2/2 57 im hinteren Teil, davor Aufarbeitung von Widerstandselementen als Reserve-Widerstandskästen für den Wagen Ce 2/2 102.

Das Konstruktionsbüro wirkt auch schon museal! Alle Zeichnungen zum LSB Wagen entstanden hier.

An einen Tisch, rechts nicht mehr sichtbar, steht der PC unserer "Finanzverwaltung".

Der Aufenthaltsraum, er dient nicht nur für das gemütliche Zusammensein der Arbeitsgruppe, sondern auch für zahlreiche Besprechungen.

Die Einrichtung ist so, das Kaffee und auch keine Verpflegungen zubereitet werden können (Kühlschrank, Tiefkühler, Mikrowelle).
Aber auch ein Gestell für Drucksachen findet Platz.

Normalerweise werden hier auch die Vorstandssitzungen abgehalten.

Die eigentliche Werkstatt. Von links: Ständerbohrmaschine, grosser Werkbank, autogen Schweissanlage.
Von links: autogen Schweissanlage, kleiner Werkbank, Hobelbank, fahrbarer Werkzeugkasten.
Von Links: neben dem Werkzeugkasten die kleine Drehbank.
Hinter der Werkstatt das Handlager.
Links sind zehntausende von Schrauben, Muttern, Nieten etc. sauber geordnet gelagert.
Rechts sind alle Werkzeuge und Maschinen gelagert.
Hinter dem Handlager befindet sich ein vielseitig genutzter Werkplatz. Die Palettengestelle dienen hauptsächlich zur Unterbringung der Wagenteile während den Revisionen.

Auf der Foto werden alle potenziellen Ausstellungsteile Katalogisiert. Zuerst grob Reinigen, dann fotografieren und vermessen, nummerieren und dokumentieren.

Auf der hinteren Seite des Werkplatzes ein weiteres Palettengestell. Es befinden sich vorwiegend Teile für den zukünftigen Wagen Ce 2/2 57 darin.

Die Treppe rechts führt zur Malerei hinauf, darunter befindet sich die Gardarobe sowie die Dusche und das WC.

Ganz rechts diente die temporäre Einrichtung zum fotografieren der Ausstellungsteile.

Beim Werkplatz dient der Stahlschrank den feuergefährlichen Fetten und Ölen. Auf dem fahrbaren Werkzeugschrank die Kreissäge. An der Säule erkennbar, der Stromanschluss für den Schweissumformer (230 / 400 V, 75 A).
Links die Schleifmaschine und rechts die hautsächlich zum polieren verwendete Schleifmaschine. Man beachte die Schutzbrillen und das Wasserbecken.
Die Malerei über der Garderabe. Dies ist der Ort, wo es am wenigsten Staub gibt.

Die Meisten kleinen elektromechanischen Apparate werden ebenfalls hier revidiert.

Hinter dem Wagen 93 ein Reservemotorensatz. Dieser stammt vom ehemaligen Kranwagen Xe 2/2 1951 (wie Xe 2/2 1952), der Verwendungszweck ist noch unklar, eventuell werden die Motoren für den Wagen 57 benötigt.

Fotos: J. Lüthard


Das Magazin

Hinter unserer Werkstatt befindet sich der grösste Teil unseres Magazins.
Von der Eingangstüre aus betrachtet mit den Paletten.
Rechts hinten die Treppe zum oberen Stock.
Links, nicht sichtbar, befindet sich die Verbindungstüre zur Garderobe und da hindurch zur Werkstatt.
Nun Blick Richtung Eingang.

Die Paletten können mit unserer "Ameise" verschoben und gestapelt werden.

Im hinteren Teil die Billetautomatensammlung.
Im oberen Stockwerk die Kleinteile mit dem Schreibtisch für die Lagerführung.
Hier noch ohne PC, der zur "Lagerbuchhaltung" dient.

Einziger Nachteil am oberen Stockwerk, die Leitungen und Unterzüge an der Decke. Man achtet auf seinen Kopf!

Das Selbe von der anderen Seite aus betrachtet.
Die Zettel an den Behältern geben über den Inhalt Auskunft.
Der linke Teil im oberen Stock.
Auf dem Bild werden die Schubladen eingeräumt und inventiert.

Der Plastikschrank dient  zur mottensicheren Aufbewahrung von neueren noch nicht benötigten Uniformen.

Fotos: J. Lüthard

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Letzte Änderungen: 30.08.2006


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