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Die Maschinenfabrik Oerlikon

Maschinenfabrik Oerlikon um 1933, im Vordergrund ein Teil des Bahnhofs Oerlikon.


Im Jahre 1933 erschien folgender Artikel:

Zu einer Zeit, da Oerlikon ein unbekanntes Dorf mit einigen hundert Einwohnern war, liess sich dort eine Werkzeugmaschinenfabrik nieder. Im Jahre 1876 erhielt sie den Namen Maschinenfabrik Oerlikon. Ihre Hauptprodukte waren Werkzeugmaschinen und Porzellanwalzenstühle zum Mahlen von Getreide. Die Fabrikation elektrischer Maschinen und Apparate wurde Mitte der achtziger Jahre aufgenommen. Damals schuf die Maschinenfabrik Oerlikon die erste elektrische Kraftübertragung der Schweiz. 50 Pferdestärken wurden über eine 8 km lange Leitung mit einem Wirkungsgrad von 70 % übertragen. Einige Jahre später gelang es in Zusammenarbeit mit einer ausländischen Fabrik, eine Leistung von 300Pferdestärken 170 km weit zu übertragen.

Die Maschinenfabrik Oerlikon hatte damit den Beweis geleistet, dass elektrische Energie auf grössere Entfernungen übertragen werden konnte. Welche Bedeutung die Kraftübertragung seither bekommen hat, mag daraus ersehen werden, dass heute Tag für Tag eine rund tausendmal grössere Kraft in die Stadt Zürich eingeführt wird, als mit jener ersten Anlage bewältigt werden konnte.

Um die Jahrhundertwende beschränkte sich die Maschinenfabrik Oerlikon auf den Bau von elektrischen Maschinen und Dampfturbinen.

Eine besondere Leistung der Maschinenfabrik Oerlikon im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts war die Ausbildung von brauchbaren Motoren für den elektrischen Bahnbetrieb. In der Fabrik und auf der Versuchsstrecke Seebach - Wettingen wurde damals der Einphasenwechselstrom-Bahnmotor entwickelt, der heute mit unwesentlichen Änderungen in allen elektrischen Lokomotiven der Schweizerischen Bundeshahnen gebraucht wird, und der der einzige Bahnmotor ist, der sich im praktischen Betrieb der mit Einphasenwechselstrom betriebenen Vollhahnen Europas und Nordamerikas vollkommen bewährt hat.

Der Export ist für die Maschinenfahrik Oerlikon stets von ausschlaggehender Bedeutung gewesen. In den letzten zehn Jahren hat Oerlikon über 120 elektrische Schnellzugs- und Güterzugslokomotiven an französische und spanische Bahnen geliefert. In Zusammenarbeit mit schweizerischen und ausländischen Dieselmotorenfabriken hat sie auf dem neuen Gebiet der diesel-elektrischen Lokomotiven Aufträge nach Frankreich, Siam, Südamerika und China erhalten. Eine ganze Reihe bedeutender hydraulischer Kraftwerke in Norwegen, Spanien, holländisch Indien, Kanada und Südamerika sind mit Oerlikoner Generatoren ausgerüstet worden, von denen wir den Generator von 48 000 kVA für das kanadische Kraftwerk Beauharnois besonders hervorheben wollen. In den Dampfkraftwerken Englands, Frankreichs, Belgiens und anderer Länder sind zahlreiche Dampfturbinen und Turbogeneratoren der Maschinenfahbrik Oerlikon im Betrieb, in St. Denis bei Paris beispielsweise eine Dampfturbine von 75000 PS, und in elektrochemischen Werken Norwegens und Italiens laufen Oerlikoner Gleichstrommaschinen, die zu den grössten Maschinen ihrer Art gehören.

Die Konkurrenten der Maschinenfahrik Oerlikon in den grossen Industrieländern arbeiten zum Teil mit wesentlich geringeren Arheitskosten und haben den Vorteil, einen viel grösseren Teil ihrer Produktion im Inland absetzen zu können. Trotzdem hat sich die Maschinenfabrik Oerlikon, dank der guten Qualität ihrer Maschinen, bis heute im internationalen Konkurrenzkampf behaupten können.

Das Gebiet des Kantons und der Stadt Zürich ist für die Maschinenfabrik Oerlikon von besonderer Wichtigkeit. Die Elektrizitätswerke von Stadt und Kanton und die Städtischen Strassenhahnen haben die elektrische Ausrüstung ihrer Kraftwerke, Unterstationen und Strassenbahnwagen zum grössten Teil aus der Maschinenfabrik Oerlikon bezogen.

Auf der andern Seite haben auch Gemeinde und Kanton am Gedeihen der Maschinenfabrik Oerlikon in den letzten Jahren ein grosses Interesse gehabt. In den 12 Jahren von 1920 his 1932 zahlte die Maschinenfabrik Oerlikon insgesamt rund 130 Millionen Franken an Löhnen und Salären aus. Das bedeutet zum Beispiel, dass von den Angehörigen der Maschinenfabrik allein jährlich für rund 4 Millionen Franken landwirtschaftliche Produkte (Nahrungsmittel) , von denen die meisten inländischer Herkunft sind, gekauft werden. An Steuern an Gemeinde, Kanton und Bund zahlte die Maschinenfabrik im gleichen Zeitraum 11 Millionen Franken.


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Letzte Änderungen: 30.08.2006


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