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Links:
| Betriebseröffnung: | 01.01.1897 | Usine à gaz - Métropole / Bahnhof JN (1'453 m) |
| 01.07.1898 | Place au Marché - Charrière | |
| Metropol - Abeille | ||
| 26.07.1898 | Casino - Stand (540 m) | |
| 12.12.1899 | Charrière - Collège | |
| Uisine à gaz - Dépôt | ||
| 25.12.1903 | Gare CFF (Ersatz des Stumpengeleises, 179 m) | |
| 24.09.1912 | Stand - Bel Air (804 m) | |
| 01.10.1914 | Verlängerung Charrière (14 m) | |
| 24.11.1924 | Abeille - Succès (330 m) | |
| Métropole - Grands Moulins (684 m) | ||
| 23.07.1927 | Verlängerung Charrière (183 m) | |
| 27.11.1937 | Charrière - Parc des Sports (220 m) | |
| Betriebseinstellung: | 21.12.1949 | Casino - Bel Air (1'330 m) |
| 15.06.1950 | Charrière / Usine à gas - Succès / Grand Moulin (4'011 m) |
Aus der Zeitschrift Tram 3/91
Während ihrer 53jährigen Betriebszeit zeigte die Strassenbahn in La Chaux-de-Fonds ein treues Bild der Konjunkturschwankungen der lokalen Uhrenindustrie. Sie erlebte die seIben Krisen und Höhepunkte.
Die erste Bahnverbindung des Kantons Neuenburg wurde 1857 zwischen La Chaux-de-Fonds und Le Locle eröffnet. Die Linien nach Neuenburg und Biel folgten 1860 und 1874.
Die Ausdehnung der Uhrenindustrie im 19. Jahrhundert bewirkte ein rasches und grossartiges Wachsen der Stadt La Chaux-de-Fonds: Zwischen 1825 und 1875 stieg die Bevölkerungszahl von 5‘800 auf 20‘800 Einwohner. Es stellte sich so einen Bedarf nach besseren Verbindungen zwischen den verschiedenen Quartieren ein. Die private Gesellschaft "Tramway de La Chaux-de-fonds (TC)" wurde gegründet. Im Gegensatz zur Deutschschweiz, waren in der Romandie die Transportunternehmungen keine städtischen Betriebe, sondern privat geführt. Der Staat zahlte keine Subventionen und stellte seine Strassen nur gegen eine Entschädigung zur Verfügung.
Am 1. Januar 1897 konnte die 1,4 km lange Strecke Usine-à-Gaz - Metropole eingeweiht werden. Der Bahnhof war mit einem kurzen Stumpfgleis verbunden. Im Gegensatz zu Neuenburg, wo zuerst der Betrieb mit Dampf, Pferden und sogar mit Gas versucht wurde, plante man von Anfang an eine elektrische Strassenbahn mit 550 Volt Gleichstrom. Das Tram von La Chaux-de-Fonds, übrigens in Meterspur angelegt, war somit die erste elektrische Bahn des Kantons Neuenburg.
Zwischen 1898 und 1899 wurde das Netz von Metropole bis Abeille, vom Casino nach Stand und vom Place Neuve nach Charrière auf 3,1 km verlängert. Gleichzeitig baute man ein neues Depot mit vier Gleisen, Werkstätten und Büros. Mit der Jahrhundertwende kamen auch die Schwierigkeiten: Die Einnahmen an Sonntagen waren kaum grösser als an Werktagen. - In den ersten Jahren fuhren an Sonntagen zwei bis drei Mal mehr Passagiere.
Der Transport der Post wurde 1907 eingeführt. Zu diesem Zweck kaufte man drei kleine, halboffene, zweiachsige Wagen. Die Postbüros vom Bahnhof, La Charrière und Hotel-de-Ville besassen je einen Anschluss. lm Jahre 1912 wurde das Netz noch einmal, von Stand nach Bel-Air, auf 3,9 km verlängert. Ein Jahr später wurden zum ersten Mal mehr als eine Million Fahrgäste transportiert. Mit dem Ersten Weltkrieg und den Kriesen kamen auch für die TC harte Zeiten. Die Passagierzahl sank um 30 %, sodass auch die Löhne um 20% reduziert werden mussten. Trotz diesen Schwierigkeiten wurden von der Strassenbahn Vevey - Montreux - Chillon (VMC) Anhängewagen beschafft und das Depot vergrössert. 1918 stieg die Zahl der beförderten Personen auf 1,6 Millionen. Die finanziellen Sorgen waren aber damit nicht zu Ende. Anfangs der zwanziger Jahre musste man wieder eine starke Abnahme der Reisenden feststellen. So wurden die Löhne nochmals reduziert und die tägliche Arbeitszeit um eine Stunde verlängert.
1924 kamen die Streckenverlängerungen von Metropole nach Grands Moulins, von Abeille bis Succès und die Doppelspur in der Rue Leopold-Robert in Betrieb. 1927 betrug die Netzlänge nach der Verlängerung in Charriere 5,1 km. Die Liniennumerierung erfolgte ein Jahr später. Zwischen 1928 und 1938 sank die Bevölkerungszahl von La Chaux-de-Fonds um 14 %. Entsprechend reduzierten sich auch die Beförderungszahlen. 1936 benutzten nur eine knappe Million das Tram, also weniger als 1913. Während dieser Periode wurde auch die Postbeförderung aufgehoben. lm Jahre 1937 (nach der verlängerung nach Parc des Sports) erreichte das Netz mit 5,3 km seine maximale Ausdehnung. Es ist zu erwähnen, dass die Linien des TC immer innerhalb der Gemeindegrenzen geblieben sind.
Zwischen 1943 und 1946 wurde der Einmannbetrieb eingeführt. lm Zweiten Weltkrieg herrschte ein Mangel an Treib- und Schmierstoffen. Und die ersten Nachkriegsjahre waren kaum besser. 1946 reisten über zwei Millionen Personen mit der Strassenbahn. Ihre Tage waren jedoch gezählt: Die erste Autobuslinie nahm 1948 den Betrieb auf, ein Jahr später erschienen die ersten Trolleybusse. Gleichzeitig wurden 1,3 km des Tramnetzes und am 15. Mai 1950 der verbliebene Rest eingestellt. - Herr A. Finkboner, der bis 1942 Direktor des TC war, hatte die Ehre den ersten Wagen 1897 und den letzten 1950 zu fahren. - Das Depot wurde 1951 verkauft.
Ursprünglich waren die Fahrzeuge gelb und braun bemalt. 1909 erhielten diese eine neuen Anstrich in hellblau und weiss sowie neue Bügel. Zwischen 1911 und 1914 wurden an den Motorwagen 1 bis 7 die Heizungen auf elektrischen Betrieb umgebaut. Die steile Strecke der Rue du Docteur Coullery (79‰) erforderte den Einbau von Magnetschienenbremsen zwischen 1912 und 1922 an den Motorwagen 1, 2, 8, 9 und 10.
Die Motorwagen 6 und 7 erhielten 1929 neue und stärkere Motoren sowie neue Untergestelle. Zwei Jahre danach bekamen die Wagen 4 und 5 grössere Plattformen mit Schiebetüren. Zwischen 1941 und 1944 wurden diese Fahrzeuge und die Nummern 8 bis 10 für den Einmannbetrieb angepasst. 1946 kaufte man in Zürich die Ce 2/2 103 und 109. Sie behielten ihre StStZ-Nummern.
Die Ausserbetriebsetzung der Wagen 1 und 2 erfolgte 1949. Die Nummer 5 weilte von 1951 bis 1965 als Attraktion für die Kinder vor einem Restaurant, danach erfolgte der Abbruch. Die ex-Zürcher wurden noch zum Bau des Staudammes in Birsfelden benutzt und 1951 durch SIG abgebrochen. Im gleichen Jahr verkaufte man die übrigen Fahrzeuge an verschiedene Altmetallhändler. Der Schneeräumer wurde für das schweizerische Eisenbahnmuseum reserviert, aber nie abgeholt und darum nach einigen Jahren auch verschrottet.
Oliver Wileczelek
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Am 13.05.1950 der Motorwagen Ce 2/2 7 (Serie 6 - 7, SIG / MFO, 1900) in La Charrière. Die Trolleybus-Fahrleitung ist bereits montiert. Foto: P. Willen |
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Der Wagen Ce 2/2 10 wurde als letzter und bis zur Betriebseinstellung neuster Wagen 1922 geliefert (SWS / MFO). Auf der Strecke nach La Charrière am 13.05.1950. Foto: P. Willen |
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Der ex Zürcher Motorwagen 103 behielt seine Betriebsnummer bei. Er wurde 1946
zusammen mit dem Wagen 109 übernommen. Nach der Betriebseinstellung gelangten beide Motorwagen zur Kraftwerksbaubahn in Birsfelden. Der Anhänger C 22 (Serie 21 - 23) war ursprünglich ein Motorwagen der VMC. Foto: W. Trüb |
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Im Depot am 13.05.1950 die Post- und Gepäckwagen FZ 1 und 2 (Serie 1 - 3, SIG, 1907) Foto: P. Willen |
Letzte Änderungen: 10.10.03
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