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Riffelalptram
(RiT), 1899 - 1961, seit 2001
Links:
| Betriebseröffnung: | 13.071899 | Station Riffelalp - Hotel Riffelalp (468 m) |
| Betriebseinstellung: | 15.02.1961 | Station Riffelalp - Hotel Riffelalp |
| Betriebseröffnung: | 12.06.2001 | Station Riffelalp - Hotel Riffelalp (675 m) |
2222 m. ü. M.Am 13. Juli 1899 wurde die wohl kürzeste und höchste Trambahn Europas feierlich eröffnet. Nach der Feuersbrunst des Hotel Riffelalp oberhalb Zermatt in der Nacht vom 14/15 Februar 1961 wurde der Betrieb der Trambahn eingestellt. Im Juni 2001 wird diese spezielle Trambahn zwischen der Station Riffelalp und dem neuen Riffelalp Resort 2222 wieder stilgerecht hin und her fahren.
Am 1. Dezember 2000 wurde das einmalige Hotel Riffelalp Resort 2222 oberhalb Zermatt auf der 2222 Meter hohen Riffelalp eröffnet. Die einzigartige Lage der Riffelalp, mit der schönsten und eindrucksvollsten Aussicht aufs Matterhorn, und das neue Fünfsternehotel, welches in harmonischem Einklang Luxus, Natur und Tradition vereint, waren massgebend verantwortlich für die ausgezeichnete erste Saison. Es durften Gäste aus aller Welt auf der Riffelalp begrüsst werden und das sehr gute Resultat übertraf alle Erwartungen.
Neuer Höhepunkt auf der Riffelalp – Das Riffelalp-Tram.
Das Riffelalp-Tram nahm als die kürzeste elektrische Trambahn
der Schweiz und die höchstgelegene Trambahn Europas im Jahre 1899 seinen Betrieb
auf. Nach dem Brand 1961 des Grand Hotels wurde der Trambetrieb eingestellt. Am
14. Februar 2000 hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie
und Kommunikation eine neue Konzession zum Bau und Betrieb einer
Eisenbahninfrastruktur von der Station Riffelalp der Gornergratbahn bis zum
Hotel Riffelalp erteilt.
Die Spuren der Zeit gingen jedoch nicht spurlos an den beiden Tramwagen vorbei, so dass man sich für einen Wiederaufbau von zwei Triebwagen für den Personentransport und einen Anhänger für den Güter- und Gepäcktransport entschied. Der Antrieb wird neu ab einer Batterie (80V 400Ah) mit zwei Gleichstrommotoren von je 10 kW realisiert. Beim elektrischen Bremsen wird nach Möglichkeit die Batterie wieder geladen. Zum Anhalten und mechanischen Bremsen wird eine hydraulische Scheibenbremse benützt. Als Parkbremse dient eine hydraulisch zu lösende Federspeicherbremse.
Beim Neubau wurde stark darauf geachtet, die Trams in ihrem Erscheinungsbild original getreu wieder aufzubauen. Nachdem die Geleise bereits seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wurden, musste auch der Geleisebau vollständig neu erstellt werden. Neu gegenüber dem ursprünglichen Tram wird eine attraktive Tramwendeschlaufe auf dem Hotelvorplatz, der Anschluss an die Güterumschlagrampe auf der Station Riffelalp wie auch ein Zufahrtsgeleise zur im Hotel integrierten Depot-Garage für zwei Trams sein.
Am 12. Juni 2001 wurde die Tramanlage vom BAV abgenommen und anschliessend nach 40 Jahren Betriebseinstellung den Betrieb als höchstgelegenes Tram Europas wieder aufnehmen. Hotelgäste werden mit einer Höchstgeschwindigkeit von 10km/h zwischen der Station Riffelalp und dem Hotel Riffelalp stilgerecht und "comme à la belle époque" hin und her fahren können. Gepäck und diverse Güter werden bei Bedarf mit dem neu gebauten, modernen Anhänger befördert.
| Bau- u. Betriebslänge: | 480 m und 468 m | 675,31 m |
| Stationen: | 2 | 2 |
| Schienengewicht: | 9,2 kg/ml | 26 kg/ml |
| Weichen | 2 | 2 |
| Art der Schienen: | Vignole | Vignole |
| Schwellen: | Eisen ä 5,5 kg | Stahl ä ca. 40 kg |
| Spurweite: | 0,80 m | 0,80 m |
| Stromart: | Drehstrom 550 V, 40 Perioden | Batteriebetrieb 80 V, 320 Ah |
| Fahrzeit: | 3 Minuten | |
| Fahrgeschwindigkeit: | 8 km/h | |
| Fahrpreis 1946: | CHF 1.- pro Person | |
| Beförderte Personen: | ca. 1000-2000 | |
| Anzahl Fahrzeuge: | 2 Motorwagen 1 Rollwagen |
Neue Depotgarage: für zwei Trams mit Batterieladestationen, im Hotel integriert
Neue Wendeschleife: 190,36 m
Max Fahrzeuge: 2 identische Tramwagen, die zur Doppeltraktion zusammengehängt werden können. Geschwindigkeit: 10 km/h
1 Güter-/Gepäckwagen für diverse Transporte
Tramwagen: möglichst originalgetreu aufgebaut mit 12 Sitz- und 10 Stehplätzen sowie 2 Plattformen für den Tramfahrer und Stehpassagiere, leer 3,3 Tonnen schwer
Güter-/Gepäckwagen: für 2,5 Tonnen Ladegewicht
Fahrwerk: in Stahl mit 2 Achsantrieben und mittig angeordneten Batteriekasten sowie 2 kräftigen Tramkupplungen; 2 Gleichstrommotoren ä 1 0 kW treiben über Kardanwelle die Differential-Achsgetriebe an
Fahrzeugsteuerung: originalgetreu mit 2 Handkurbein für «Fahren» und «Bremsen» und einem ausschwenkbaren (cachierten) Steuerkasten; moderne Fahr- und Bremstechnik
Bremsen: Elektrobremse, 4 hydraulische Bremsscheiben als Betriebsbremse, 1 Federspeicherbremse als Hand- und Notbremse
Wagen: in Holzkonstruktion Eiche/Esche mit gestemmten Aussenverkleidungen, Farbe rot wie Original
Weitere Ausrüstungsmerkmale Differentialsperre, welche bei Anfahrschwierigkeit zugeschaltet werden kann, Sanderanlage, Schiebebesen für Reinigung der Schiene und
Frontlichter mit Original-Kutschenlampen.
Ein einmaliges, Hoteltram wurde zu neuem Leben erweckt, wie
der obige Medieninformationentnommen werden kann. Ich habe dabei ein lachendes,
aber auch ein weinendes Auge: Die gesamte Anlage entspricht einem Neubau,
besonders die Fahrzeuge, welche durch Ihre äussere Gestaltung noch einen
nostalgischen Anblick bieten sollen. Wegfall des Oberleitunsbetriebes,
Vielfachsteuerung, ein Tram mit Differentialsperre (ein Zermatter
Elektrofahrzeugbauer hat beim mechanischen Teil mitgewirkt und Spuren
hinterlassen). Vom historischen, musealen Standpunkt her betrachtet kommt mässig
Freude auf.
Aber: Eine Speisung ab Oberleitung wäre kaum
genehmigungsfähig gewesen, Vielfachsteuerung soll effizienten Personaleinsatz
und flexiblen Betrieb ermöglichen und von neuen Komponenten erhofft sich der
Unternehmer einen zuverlässigen und wartungsarmen Betrieb. Nur so kann das
einmalige Tram mit seiner berauschenden Hochgebirgskulisse als Teil des
"Riffelalp Resort" weiter existieren. Ein Grund zur Freude.
Im Bericht wird für das Jahr 1946 ein Fahrpreis von CHF 1 pro Person erwähnt. Interessant ist ein Vergleich mit dem Tarif der Städtischen Strassenbahn aus diesem Jahr. Einzelbillette kosteten 20, 30 40 oder 50 Rappen, wobei das günstigste Billett fast 70% der verkauften Einzelfahrausweise ausmachte. Die Wochenkarte zu 12 Fahrten, man arbeitete damals ja auch am Samstagmorgen, kostete CHF 2, also doppelt so viel wie das Billet für die 468 Meter lange Fahrt auf 2222 Meter über Meer!
Martin Schnider
Letzte Änderungen: 30.08.2006
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