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aus TMZ-Revue 3/93
Bericht über die Strassenbahn der Stadt Zürich, der David Bürkli's "Züricher Kalender", Ausgabe 1929, entnommen wurde:
"Der Ausbau der Städtischen Strassenbahn geht stetig weiter. Seit 1927 verwendet sie auch Autobusse, um Verkehrsbedürfnisse zu befriedigen, für welche Strassenbahnen zu hohe Anlagekosten brauchten. Im weiteren Ausbau wird von Fall zu Fall abzuwägen sein, wo die Strassenbahn und wo der Autobus zweckmässiger und wirtschaftlicher ist. Für Ringlinien ist es der Autobus. So soll in nächster Zeit die bestehende Auto-Ringlinie vom Rigiblick über Kirche Fluntern nach dem Klusplatz und von der Utobrücke nach Wollishofen erweitert werden.
Erwogen wird der Gedanke, für den Stossverkehr Autolinien einzurichten, die Schnellverbindungen zwischen dem Stadtinnern und Aussenquartieren schaffen. Für radiale Verkehrslinien mit dauerndem erheblichen Verkehr bietet die Strassenbahn nach wie vor verkehrstechnisch und wirtschaftlich erhebliche Vorteile. Von besonderer Wichtigkeit ist die baldige Verwirklichung der Verlängerung der Weinbergstrassen-Linie durch die Hofwiesenstrasse nach dem Bahnhof Oerlikon. Dem innern Ausbau dienen die neuen Depotanlagen Irchelstrasse und Wollishofen, Verbesserungen des Wagenmaterials und dessen Erweiterung durch umfangreiche Neuanschaffungen. Wie durch den Ausbau ihres Netzes in die Aussenquartiere verfolgt die Strassenbahn auch durch ihr Taxsystem eine bewusste Siedlungspolitik, um weitere Wohngebiete zu erschliessen und das Wohnen in den Aussenquartieren zu erleichtern."
Das ist ein im Jahre 1928 veröffentlichter Text. Manches wurde realisiert, nicht immer ganz in der vorgesehenen Form, denn damals, vor der zweiten Eingemeindung, war die Stadt nur gut halb so gross. Die Schnellverbindungen in die Aussenquartiere (und Vororte) besorgt heute die S-Bahn.
Die Strassenbahn ist auf den Radiallinien, nach dem Zwischenspiel der U-Bahn-Planung anfangs der 70er Jahre, nach wie vor unbestritten: andere Punkte sind wieder aktuell, so die Rollmaterialbeschaffung; im obigen Text waren die legendären "Elefanten" gemeint! Zuguterletzt kommen die noch immer offenen Punkte; Die in Jahre 1928 "in nächster Zeit" vorgesehene Verlängerung der Autobuslinie von der Kirche Fluntern zum Klusplatz (und weiter zum Bahnhof Tiefenbrunnen) ist immerhin 1992 beschlossen worden! Die Frage von zusätzlichem Depotraum, damals durch die Grossprojekte Wollishofen und Irchel mustergültig gelöst, ist heute aktueller denn je; seither wurde kein neues Strassenbahndepot erstellt: Der Platz ist knapp wie noch nie! Die in den Zwanziger Jahren von der Stadt im Rahmen ihrer Verkehrsplanung angestrebte Siedlungspolitik war sehr modern und fortschrittlich. Die Verkehrspolitik war wegen des viel weniger starken Gewichtes des Privatverkehrs wohl noch etwas einfacher als heute. Ein entsprechendes Gegenstück bei Planung und Einführung des Jahrhundertwerkes S-Bahn, sie beeinflusste die Erreichbarkelt von Ortschaften und den Verlauf der Verkehrsströme über den ganzen Kanton hinaus nachhaltig, liess sich nicht realisieren!
Das sind einige Überlegungen zu einem kurzen Text aus dem Jahre 1928. Ist es nicht erstaunlich wie viel, oder eben wie wenig, sich seither verändert hat?
Letzte Änderungen: 29.09.03
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