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Die Landesausstellung 1939Weitere Seiten:
Am 6. Mai 1939 öffnete die Schweiz. Landesausstellung in Zürich ihre Tore. Alle, welche die Landi 1939 erlebten, werden heute noch die grosse, einmalige Aussagekraft dieser Ausstellung in Erinnerung bewahren, eine Aussagekraft, wie sie die Expo 64 in Lausanne, für die heutige Zeit niemals erreichte. Doch gilt es nicht sich über Wert oder Unwert einer Ausstellung auszulassen, sondern was an dieser Stelle interessiert ist etwas ganz anderes: Wie wurde damals der Zubringer-Verkehr zu den Eingängen an den beiden Seeufern gelöst? Darüber geben die nachfolgenden Ausführungen von Herrn Karl Fiedler, erschienen im Bulletin des Arbeitgeberverbandes Schweiz. Transportanstalten Nr. 93/1939 erschöpfend Auskunft.
Ergänzend sei noch folgendes nachgetragen: Um den grossen Zustrom der Besuchermassen, besonders vom Hauptbahnhof her, bewältigen zu können, studierte man unter anderem den Bau einer Hochbahn durch die Bahnhofstrasse und längs den beiden Seeufern zu den Haupteingängen. Glücklicherweise unterblieb der Bau dieser Hochbahn.
Zur Erhöhung des Platzangebotes im Rollmaterial befasste sich das Technische Büro der StStZ mit Projekten, die den Bau von "Gelenkzügen" aus vorhandenen zweiachsigen Motor- und Anhängerwagen vorsahen. Eine Unzahl von Varianten entstand dabei auf dem Reisbrett, keines der Projekte kam je zur Ausführung. Der Betrieb konnte mit dem damals vorhandenen Rollmaterial (Tram- und Autobus) bewältigt werden.
Zur Ergänzung sei erwähnt, dass ein von Luzern gemieteter Autobus mit Anhänger während der Landi in Zürich verkehrte.
Was ist von den damals erstellten Landigleisanlagen heute noch vorhanden?
Die Zufahrtstrecken von der Rentenanstalt zum Eingang Enge einerseits und durch die Hornbachstrasse zum Eingang Zürichhorn andererseits wurden schon bald nach der Schliessung der Landi abgetragen.
Die Abzweigung von der Bahnhofstrasse nach links in den Bahnhofplatz blieb bis zum Beginn der Umbauarbeiten bestehen (shopville) und leistete oftmals bei Umleitungen gute Dienste.
Die Geleiseverbindung Löwenplatz nach der Bahnhofstrasse durch die Usteristrasse ist heute noch erhalten und in Betrieb. Während den Kriegsjahren konnten die Theaterzüge für die Landvorstellungen aus dem Limmattal durch die Usteristrasse geleitet werden.
Die Abzweigung von der Usteristrasse nach links in die Bahnhofstrasse entstand erst in den 50er Jahren für die Linie 10. Wenn der Betrieb nur bis Hauptbahnhof geführt wird, können die Züge Richtung Irchel, wie gewohnt ab Haltestelle Bahnhofstrasse weiterfahren , statt wie anfänglich am "falschen" Ort auf dem Bahnhofplatz. So erfüllt heute noch, diese Geleiseverbindung durch die Usteristrasse, nicht nur für die Linie 10, sondern auch bei Umleitungen, ihren Dienst.
Die Abzweigung vom Bleicherweg in die Alfred Escher - Strasse blieb bis zum Jahre 1964 erhalten. Sie leistete ebenfalls für die Linie 10 gute Dienste, ermöglichte sie doch noch den späteren Einbau der Abzweigung in die General - Willestrasse das Wenden der Züge vor dem Bahnhof Enge.
Mit dem Ausbau der Tunnelstrasse mussten die Geleise in der Alfred Escher - Strasse entfernt und die neue Schleifenanlage vor den Bahnhof Enge versetzt werden.
Somit ist als einziges Relikt aus der Zeit des Landi - Verkehrs nur noch die Verbindung durch die Usteristrasse erhalten.
J. Balen
Leicht gekürzte Version:
Die landschaftlich unvergleichliche Lage .der
Schweizerischen Landesausstellung an beiden Ufern des Zürichsees mit dem wunderbaren Blick auf die
Glarneralpen, der hoffentlich der Mehrzahl der Besucher vergönnt sein wird, hat zwar
verkehrstechnisch den Vorteil verhältnismässig
kurzer Zufahrten, dafür aber den Nachteil der doppelten Anlagen mit sich
gebracht. Für die Strassenbahn stand es von Anfang an fest, dass sie möglichst nahe an
die Haupteingänge herangeführt werden müsse, auch
wenn dies nur unter erheblichen Aufwendungen für später nicht mehr
verwendbare Geleiseanlagen ereicht werden könnte. Selbstverständlich
war, dass nur Schleifenanlagen mit einer Anzahl Abstellgeleise in Frage
kommen konnten, da die 50 neuesten Vierachser von 1929/3l des einseitigen Führerstandes wegen sonst
nicht hätten verwendet und der Betrieb nicht flüssig hätte gestaltet werden können. Ein Hineinführen der
Strassenbahn in die Ausstellung selbst erwies sich des beschränkten Platzes wegen
als unmöglich. So begnügte man sich mit den Anlagen im Mythenquai und in der Hornbachstrasse. Beide
sind durch doppelspurige vollständige Geleisedreiecke mit den bestehenden Linien
verbunden und erlauben sowohl, eine unmittelbare Verbindung mit dem Hauptbahnhof wie, auch
der beiden Ufer. Allerdings war es am rechten Ufer nicht möglich, in die
unmittelbare Nähe des dortigen Haupteinganges Riesbach zu gelangen, dafür aber zum
Zürichhorn, wo die riesige Festhalle und das reizende Dörfli ganz besondere
Anziehungspunkte bilden.
Um die Zufahrt vom Hauptbahnhof zum Eingang Enge
(links) auf alle Fälle sicher zu stellen und zu erleichtern. sind vom
Bleicherweg nach der Alfred - Escherstrasse und von der Bahnhofstrasse
nach dem Bahnhofplatz doppelspurige Abzweigungen erstellt worden, so dass nun auch an
diesen beiden Stellen vollständige Geleisedreiecke
vorhanden sind. Ausserdem ermöglicht ein einspuriges Verbindungsgeleise durch die
Usteristrasse die Führung von Ausstellungszügen
unmittelbar vom Hauptbahnhof nach der mittleren Bahnhofstrasse, ohne den sehr
dicht befahrenen Bahnhofplatz (5 Linien durch den Löwen- und 4 durch die Bahnhofstrasse)
nochmals überqueren zu müssen. Diese drei Anlagen stellen bleibende Verbesserungen
des Geleisenetzes der Strassenbahn dar und werden
auch künftighin bei besonderen Anlässen und Umleitungen gute Dienste leisten.
Die grösste Schwierigkeit für die
Verbindung Hauptbahnhof - linkes Ufer (Enge) stellt die Überquerung des
Paradeplatzes dar. Im Zuge der Bahnhofstrasse ist die Haltestelleinsel so knapp, dass
ein stehender Dreiwagenzug die Ausfahrt der vom Bleicherweg nach dem
Hauptbahnhof verkehrenden Linien verhindert. Deshalb wurde zur Umfahrung
dieser Steile die erwähnte Geleiseverbindung Bleicherweg - Alfred Escherstrasse
geschaffen. Diese wie diejenige am Bahnhofplatz und das 190 m lange einspurige Geleis in der
Usteristrasse sind in der seit 25 Jahren
bewährten Bauart durch rund 30 cm lange Abschnitte von alten Schienen in einer 25 cm starken und 2
m breiten Betonplatte verankert und mit Beton unterstopft während der Oberbeton dem
fugenlosen Belag aus Asphalt, Kleinsteinpflaster oder einem der neuen Mischbeläge
als Unterlage dient. Wichtig ist
dabei, dass längs der 16,5 cm hohen Schiene des Profils Phönix 18 c längs Kopf
und Leitschiene Fugen mit Weichbitumenfüllung eingelegt werden, um
einen möglichst dichten Anschluss des Belages an die Schienen zu gewährleisten. Alle
Stösse werden aluminothermisch verschweisst, auch diejenigen
der Federzungenweichen und Kreuzungen.
Dagegen sind in den beiden behelfsmassigen Zufahrtsstrecken noch gut brauchbare alte Schienen miteinander verlascht und auf das bestehende Strassensteinbett verlegt worden.
Die Kosten der bleibenden Anlagen belauten sich
rund auf Fr. 124,000.-, diejenigen der wieder abzubrechenden Strecken einschliesslich
der Wiederherstellung des früheren Zustandes auf etwa Fr. 267,000.-, die
hoffentlich im laufenden Jahre leicht abgeschrieben werden können. Vom Gleisdreieck
Hornbach werden 2 doppelspurige Abzweigungen nachher der Erneuerung der Anlagen
beim Stauffacherplatz dienen und sind deshalb
aus Chrommolybdän - Mittelblöcken mit aluminothermsch angeschweissten
Vollkopfschienen in der eigenen Oberbauwerkstätte erbaut worden.
Besonders günstig war noch der Umstand, dass die im Mythenquai verlegten
Schienen bei dem unmittelbar vorher durchgeführten Umbau das Alpenquais frei
geworden und in Längen von 60-75 m mittels Lastwagen zur neuen Verwendung
geschleift werden konnten. Der Alpenquai :hat nämlich letztes Jahr, wie die kurz vor
Ausstellungsbeginn beendigte verbreiterte Quaibrücke, eine 16 m breite Fahrbahn
erhalten.
Für die Bedienung der Ausstellung hat
der Betrieb eine ganze Reihe von Fahrplänen aufgestellt, die vom 6- bis zum
1- Minutenbetrieb gehen und insgesamt die stündliche Beförderung von 20,000
Fahrgästen ermöglichen. Dafür ist der Einsatz von 35 Dreiwagenzügen und 18
Autobussen, sowie die Mitbenützung von 2 Tages-
und 1 Einsatzlinie je zur Hälfte erforderlich. Da der jeweilige Verkehr
zur Ausstellung stark wechselt werden die gültigen Fahrpläne dem Personal durch den Tagesrapport bekannt
gegeben und je nach Bedarf auch während des Tages gewechselt. Strassenbahnwagen
stehen genügend zur Verfügung, um allen Ansprüchen genügen zu können, da die
Hauptbelastungen Sonntag auftreten, an denen der übrige Betrieb keine
so grossen Einsatzleistungen über die Stosszeiten wie an Werktagen verlangt. Im
Laufe des Sommers werden voraussichtlich auch die beiden neuen 3-achsigen Motorwagen und
gegen Ende der Ausstellung auch
noch der neue 4-Achser in Leichtbauweise in Betrieb kommen. Dagegen
kann mit den Autobussen nur entweder die Zubringerlinie vom Hauptbahnhof
nach Eingang Riesbach (rechts) oder der Verbindungsverkehr zwischen den beiden Ufern mit
18 Wagen im 1- Minutenbetrieb = 3,600 Fahrgäste in der
Stunde in jeder Richtung betrieben werden, da einstweilen nicht mehr Wagen zur
Verfügung stehen. Durch die Umstellung der Autobuslinie B auf Trolleybus werden
zur Hauptsache noch im Laufe des ersten Ausstellungsmonats weitere 6 Autobusse
verfügbar. Ausserdem stehen ja 4 Dieselmotorschiffe für je 180 Fahrgäste im Dienste
der Ausstellung, die bei 12 bis 13 Fahrten in der Stunde rund 4,500 Besuchern den
Uferwechsel in jeder Richtung ermöglichen, während die Seilbahn stündlich nur
500 - 600 Fahrgästen insgesamt eine Luftreise ermöglichen
kann.
Die Wagen nach der Ausstellung sind
durch rote Aufstecktafeln mit dem weissen Signet der Landesausstellung
bezeichnet und tragen rot - weisse Aufschriften mit der Bezeichnung «Eingang
Enge», «Eingang Hornbach». Sehr günstig liegt ihre AbfahrtssteIle, wie auch
diejenige des Autobusses nach Eingang Riesbach unmittelbar neben dem Ausgang des
Kopfbahnsteiges des Hauptbahnhofes. Durch behelfsmässige Überdeckung der Fahrbahnhälfte nach der Postbrücke konnte ein
genügender Vorplatz geschaffen werden, sodass nun die früher schon bestehende
Haltestellinsel an der Linie über die
Gessnerallee ohne Überschreiten einer Fahrbahn erreicht werden kann. Zur
Ordnung des Verkehrs mit den Autobussen sind Abschrankungen erstellt, sodass alle
Fahrgäste zuerst am Kassenhäuschen vorbeigehen müssen. Dadurch ist
der Betrieb als Einmannwagen möglich, der Chauffeur hat lediglich die
Fahrausweise zu überprüfen und zu entwerten. Ähnliche Schranken sind beim
Eingang Riesbach erstellt, während für die Strassenbahnzüge Fahrausweise
auch in den Wagen abgegeben werden.
So schwierig es ist, das Verkehrsbedürfnis einer solchen Landesschau abzuschätzen, so dürfen wir doch annehmen, dass es der Strassenbahn möglich sein werde, auch dem Massenandrang an Hauptbesuchstagen gerecht werden zu können und wir wünschen sehr, dass sich zu den vielen Schweizern, die unsere Landesausstellung besuchen werden, auch recht viele Ausländer gesellen, um teilzunehmen an diesem friedlichen Fest der Arbeit, mitten in einer mit Naturschönheiten reich bedachten Landschaft.
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Der Ce 2/2 24 (ex Vielfachsteuerungswagen Ce 2/2 34) mit Anhänger C2 686 im
Hafen Enge, anlässlich der Schweizerischen Landesausstellung 1939 mit dem
typischen LA-Signet
(Flügel mit vier Ringen). Im Hintergrund der Turm der Schwebebahn über den Zürichsee. Am Mast das Turmrestaurant. Rechts das Gebäude der Rückversicherung. Juli 1939 Foto: J. Züger, Direktor der StStZ |
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Ganz rechts im Bild, der eine gemietete Busanhänger von der Strassenbahn in Luzern. Vor-
und Nachher verkehrten sonst nie Busanhänger in Zürich. Foto: A. Thurnheer |
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Auch die eigenen Autobusse der Städtischen Strassenbahn Zürich standen im Einsatz zu
den beiden Eingängen am Riesbauch und der Enge. Die Aufnahme am Eingang Enge zeigt einige Busse mit dem Landisignet. Im Vordergrund die Tramschienen. Foto: A. Thurnheer |
Die Landi-SchwebebahnDie Landesausstellung wurde zu beiden Seiten des Zürichsees im Seefeld und zwischen Enge und Wollishofen angelegt. Neben Schiffsverbindungen sorgte vor allem eine Luftseilbahn für den Transport der Besucher zwischen den beiden Ausstellungsschwerpunkten.
Je eine der für heutige Verhältnisse recht kleinen Leichtmetallkabinen mit ganzen 23 Plätzen stammte aus den Werkstätten der SIG Neuhausen und der FFA Altenrhein. Auch der Bau der festen Anlagen wurde auf mehrere Firmen aufgeteilt. Der eigentliche Bahnbetrieb wurde von der geschäftsführenden Firma von Roll der Sihltalbahn übertragen, die ihn mit eigenem und zusätzlichem Personal ausführte. Dabei kam es zu einem Personaltausch mit der Mittel-Thurgau-Bahn, wo (offenbar sprachenkundiges) Personal freigestellt wurde.
Nach der Ausstellung wurde die Anlage abgebrochen; die Kabinen wurden eingelagert und verkehrten zwischen 1954 und 1960 bei der Luftseilbahn Adliswil - Felsenegg.

Der Abstand der beiden Masten betrug 906.1 m. Das Seil hatte bei voller Kabine einen maximalen Durchhang von 49 m, die Unterkante der Kabinen war jedoch immer minimal 20 m über der Wasseroberfläche.
Die beiden Tragseilpaare samt Zugseil und die vollbelasteten Kabinen übten auf die Turmspitzen Horizontalzüge von rund 80 t aus. Die Fahrgeschwindigkeit betrug 6 m/sec., die Fahrzeit 4 Minuten, die Förderleistung 600 Personen pro Stunde.
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Der Turm am rechten Seeufer mit Blick gegen das Stadtzentrum. Vor dem Turm eine der
Dampfschwalben die den hauptsächlichen Pendelverkehr zwischen den beiden
Ufern bewerkstelligten.
Die Schiffe benutzten 5'094'900 Personen, die Schwebebahn 705'700 Personen. |
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Das Aussengelände der Abteilung Bahnverkehr der Landi
39 mit seiner attraktiven Rollmaterialausstellung war trotz seiner Randlage
am südlichen Ende auf der linken Seeseite ein Besuchermagnet. links: Brünigbahn Aussichtswagen Foto: Stadtarchiv Zürich |
Letzte Änderungen: 12.10.03
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