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Die Limmattal - Strassenbahn (LSB), 1900 - 1931

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Das Buch dazu:


Betriebseröffnungen: 20.12.1900 Zürich Letzigrund - Dietikon (8.845 km)
07.04.1901 Schlieren - Weiningen (3.163 km)
Betriebseinstellungen: 01.01.1925 Dietikon Löwenplatz - Brauerei (-0.429 km)
01.01.1928 Schlieren - Dietikon (-3.370 km)
30.04.1931 Schlieren - Weiningen (-3.163 km)
Übernahme: 01.05.1931 an StStZ
Betriebseinstellungen: 31.12.1955 Altstetten (Farbhof) - Schlieren (2.658 km)

Die Geschichte

Wenn man von früheren Dampf-Strassenbahn-Projekten absieht, so können die Pläne aus den Jahren um 1893 für durchgehende Schmalspurbahnen Zürich - Dietikon - Bremgarten und Baden über Höngg und Schlieren als Urzelle sowohl der Limmattal-Strassenbahn (LSB) wie auch der Bremgarten-Dietikon-Bahn (BD) angesehen werden. Die Stadt Zürich wehrte sich allerdings gegen das Eindringen solcher Linien in die Stadt, während die Limmattalgemeinden kein grosses Interesse für eine Verbindung nach dem Reusstal zeigten. Die Verbindung nach Baden scheiterte an den harten Bedingungen, die der Kanton Aargau stellte. So kam es, dass die beiden verbleibenden Teilstrecken schlussendlich zur selben Zeit, aber getrennt realisiert wurden. Die BD erweiterte ihre 1902 eröffnete Linie Dietikon - Bremgarten Obertor zehn Jahre später durch den Bau eines Reussüberganges und die pachtweise Übernahme der Normalspurbahn Wohlen - Bremgarten West und deren Ausrüstung mit dritter Schiene. Eine Verbindung zur nachfolgend beschriebenen LSB, die im Zentrum von Dietikon rechtwinklig gekreuzt wurde, bestand wohl zeitweise, wurde aber, soweit bekannt ist, nur für den Durchlauf von Bierwagen und gelegentlich für Neubaufahrzeuge aus der SWS Schlieren benützt. Zwar bestand damit während 16 Jahren ein durchgehendes Meterspurnetz von Kempten im Zürcher Oberland bis nach Wohlen im aargauischen Freiamt, doch die mitunter dieser Verbindung angedichteten Wagendurchläufe scheiterten an einer Vielfalt von Fahrdrahtspannungen, Kupplungs- und Bremssystemen sowie an weiteren technischen Detailbedingungen wie dem Radreifenprofil. In den Geschäftsberichten erwähnte «Verrechnungen mit der WMB» betrafen keineswegs einen Wagentausch mit der Wetzikon-Meilen-Bahn, sondern die Einnahmen aus dem Ausflugsverkehr nach der Wohlen-Meisterschwanden-Bahn an den Hallwilersee.

Für die LSB wurde 1897 die Konzession für die Linie von der (damaligen) Stadtgrenze beim Letzigraben über Altsterten - Schlieren nach Dietikon erteilt, dazu als Überbleibsel der seinerzeit geplanten Linie entlang dem rechten Limmatufer die Zweiglinie Schlieren - Weiningen. Die Finanzierung wurde durch die Elektrofirma Brown, Boveri in Baden gesichert, die gerne die Gelegenheit ergriff, in der eigenen Region eine Bahn elektrisch auszurüsten. Wie bei vielen Überlandbahnen vor allem in der Ostschweiz beteiligte sich der ursprünglich aus England stammende Ingenieur Du Riche-Preller an Planung, Bau und anfänglich auch Betrieb der LSB. Sein Zürcher Rechtsdomizil befand sich im Büro der Zürichbergbahn (Poly-Bahn). Als Glücksfall erwies sich die zu dieser Zeit erfolgte Gründung der Waggonfabrik Schlieren (SWS), konnte doch das Depot samt Umformerstation gleich neben deren Werk erstellt und mit Gleisanschluss versehen werden.

Die beiden Strecken der LSB wurden auf kostengünstige Art in den Strassengrund verlegt. Am 20. Dezember 1900 konnte der Betrieb zwischen Zürich und Dietikon, am folgenden 7. April auf der Zweiglinie aufgenommen werden. Neben dem schlechten Strassenzustand erwiesen sich vor allem die Niveaukreuzungen mit den Nordostbahn-Linien beim Farbhof Altstetten und an der Zweiglinie beim Bahnhof Schlieren als Handicap für die LSB. Für die Fahrt in die Stadt hatten die geduldigen Fahrgäste an der Marienstrasse noch einen weiteren Fussmarsch über die Kreuzung der StStZ mit der linksufrigen Zürichseebahn auf sich zu nehmen. Diese Übergänge durften nur durch leere Wagen befahren werden. Die NOB zeigte keine Bereitschaft für eine Verbesserung dieser Zustände, sondern machte der LSB im Gegenteil noch das Leben sauer durch die Einlage neuer Vorortszüge Zürich - Dietikon, die zuvor vom Publikum seit Jahren vergeblich gefordert worden waren.

Wie die Strassenbahn ins Industriequartier und nach Höngg musste auch die LSB an der Zweiglinie einen eigenen Tramsteg erstellen, weil sich die hölzerne Limmatbrücke für das neue Verkehrsmittel nicht eignete. Dieser Übergang war nebst dem Depotareal der einzige nicht in der Strasse verlaufende Gleisabschnitt.

Allen Erschwernissen zum Trotz entwickelte sich der Verkehr auf der «Hauptlinie» recht erfreulich, während sich jener nach Weiningen (ausser an schönen Sonntagen insbesondere im Herbst) in bescheidenen Grenzen hielt. Für den Güterverkehr wurde eine Anzahl Güterwagen angeschafft, doch beschränkte man sich schliesslich auf den Biertransport Dietikon - Zürich und das Mitführen eines Postanhängers auf der Zweiglinie. Die SWS konnte dafür mit einer sensationell kurzen Lieferfrist für Güterwagen an die Joratbahn Lausanne - Moudon brillieren, indem sie die LSB-Wagen dorthin verkaufte. Der Gütertriebwagen ging an die StStZ, wo er nach zahlreichen Umbauten erst in jüngerer Zeit ausschied. Die bis 1923 mittels Privatwagen der Brauerei Löwenbräu Dietikon ausgeführten Biertransporte gingen mit der LSB nach Zürich und mit der BD nach Bremgarten.

Um die Personenmotorwagen zu schonen, wurde 1910 wieder ein besonderer Spritz- und Gütermotorwagen angeschafft, der dann auch gute Dienste leistete, als während des Ersten Weltkrieges grosse Mengen Baumaterial von der Kiesgrube Schönenwerd zum Bahnhof Schlieren und in die Stadt befördert werden mussten, wofür Wagen der Stadt Zürich und der StStZ Verwendung fanden. Die Einlage dieser Güterfahrten in den Regelfahrplan war nicht immer ganz einfach, da die ganze Strecke einspurig mit Ausweichen angelegt war. Vor allem im nicht sehr seltenen Nebel kam es gelegentlich zu unsanften Begegnungen ausserhalb der Ausweichen.

Wie bei allen Meterspurfahrzeugen, die im Weichbild der Stadt Zürich verkehrten, musste auch für die LSB-Wagen die aktuelle Bauart der StStZ-Wagen übernommen werden, vor allem der einem anständigen Wagenlauf völlig abträgliche Achsstand von nur 1,66 m. Die LSB musste sich in der Folge neben dem Kampf um den Ersatz der Niveauübergänge und den Ausbau ihrer Strecke vor allem auch der Verbesserung dieses Übelstandes (durch die SWS) widmen.

Als letzter Niveauübergang verschwand 1927 derjenige an der Marienstrasse, womit der Durchlauf bis zum Hauptbahnhof Zürich möglich war. Wegen des schlechten Zustandes der Gleisanlage Schlieren - Dietikon verkehrten die durchgehenden Wagen nicht etwa nach Dietikon, sondern nach Weiningen. Auf der Linie nach Dietikon wurde das Gleis, für das die Aufsichtsbehörde eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 10 km/h verfügt hatte, 1928 abgebrochen. Da die Wiederinbetriebnahme als Eigentrassee beabsichtigt war, blieb die Fahrleitung zunächst noch bestehen. Die Finanzierung wollte aber nicht gelingen, weshalb der als Provisorium gedachte Autobusbetrieb schliesslich zum Dauerzustand wurde. 1931 übernahm die Stadt das Unternehmen und stellte auch auf der Weininger Linie den Betrieb ein. Noch bis 1954 verkehrten die städtischen Tramwagen (darunter zuletzt auch moderne Einrichtungswagen) als Linie 2 auf der Einspurstrecke vom Farbhof nach Schlieren. Über das Anschlussgleis der SWS gelangten bis zur Einstellung Probewagen auf das Tramnetz, auch wenn Fahrdrahtspannung und Wagenbreite nicht ganz den VBZ-Normen entsprachen. Wenn es nicht Bilder davon gäbe, könnte sich wahrscheinlich heute niemand mehr das «Blaue Bähnli» {VBW Be 4/4 45) am Paradeplatz vorstellen!

Der noch verbliebene Abschnitt der LSB vom Farbhof Richtung Stadt lässt keine Erinnerung an die einstige Überlandlinie mehr aufkommen. Seit geraumer Zeit befindet sich auch die Endstation Schlieren der als Ersatz eingerichteten Trolleybuslinie 31 nicht mehr an der Stelle der früheren Tramschleife, die lediglich überteert noch viele Jahre bestehen blieb.

Von den zehn Motorwagen der LSB überlebte die Hälfte einerseits als Dienstwagen der StStZ / VBZ und andererseits im Pendeldienst der Forchbahn Rehalp - Zollikerberg. Einen weiteren Wagen verschlug es als Xe 2/2 81 zur Martigny-Chatelard-Bahn im Unterwallis. Auf dessen hat der Verein Tram-Museum in jahrelanger Fronarbeit einen betriebfähigen historischen Wagen restauriert, der im Jahr 2001 in Betrieb kam.

H. Waldburger


In Altstetten zwei Personenwagen auf der Fahrt Richtung Schlieren. Der Vordere ist mit einem der gedeckten Güterwagen unterwegs.

Foto: Zentralbibliothek Zürich

Die um 1910 entstandene Foto zeigt die Wagen 4 und 6 in Schlieren.

Foto: Archiv TMZ
TMZ Postkarte Nr. 87 Bestellung

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Letzte Änderungen: 10.10.03


Skizze Tramzug

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