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Aus der VBZ-Personalzeitschrift "Kontakt", 1/1983
Der Schaffhauserplatz liegt etwa in der Mitte der früher selbständigen Gemeinde Unterstrasse, welche ihren Namen von der «Unteren Strasse» bekommen hat, der Durchgangsstrasse Richtung Unterland und Schaffhausen, auf der vermutlich auch die Pferdeposten bis zum Bau der Eisenbahnlinien verkehrten. Es war aber früher keineswegs ein Verkehrsknotenpunkt, da die einzelnen Strassenzüge erst relativ spät gebaut wurden, so die Schaffhauserstrasse um 1860, die Weinbergstrasse um 1880, die Hofwiesenstrasse sogar erst 1929. Auch der Name «Schaffhauserplatz» war früher nicht gebräuchlich; noch gegen Ende des letzten Jahrhunderts nannte man die Gegend «Milchbuck», und bis um 1930 hiessen sowohl die Tramhaltestelle wie auch die Postfiliale lediglich «Schaffhauserstrasse».
Als erstes lokales Verkehrsmittel besorgte seit 1897 die ZOS die Tramverbindung zwischen dem Central in Zürich (damals Leonhardsplatz geheissen), dem Quartier Unterstrass und den noch selbständigen Gemeinden Oerlikon und Seebach. Die Linie wurde von Anfang an elektrisch betrieben und verfügte über ein zweites Gleis bis zur Rötelstrasse, während am heutigen Schaffhauserplatz eine Ausweiche vorhanden war sowie eine Haltestelle des Namens «Weinbergstrasse».
Im Jahre 1909 eröffnete die Stadt Zürich eine Konkurrenzlinie vom Central durch die Weinbergstrasse bis vor die Schaffhauserstrasse. Diese Linie konnte trotz der bescheidenen Strassenbreite in den folgenden Jahren auf Doppelspur ausgebaut werden und erhielt 1921 sogar eine Endschleife, welche man sich heute bei der Einmündung der Weinbergstrasse in die Schaffhauserstrasse kaum mehr vorstellen kann. Inzwischen war auch der Abschnitt der ZOS zwischen Rötelstrasse und der damaligen Stadtgrenze in der Hirschwiese auf Doppelspur erweitert worden, besass aber nach wie vor am Schaffhauserplatz keine Gleisverbindung mit dem städtischen Netz.
Bereits 1929 wurden mit dem Bau der Hofwiesenstrasse auch die Schienen vom Schaffhauserplatz zum Bucheggplatz und weiter gelegt. Die Inbetriebnahme erfolgte jedoch erst im Herbst des folgenden Jahres, nachdem am Schaffhauserplatz die Gleise der ZOS und der StStZ durch Weichenanlagen miteinander verknüpft worden waren. Übrigens ging dann ein weiteres halbes Jahr später die ZOS durch Kauf in den Besitz der Stadt über.
In der Zwischenzeit ist 1927 am Schaffhauserplatz ein weiteres Verkehrsmittel erschienen: die erste Stadtzürcher Autobuslinie A (heute 33) Utobrücke - Rigiplatz, deren damaliger Name «Kraftwagenbetrieb der Städtischen Strassenbahn» lautete. Die Linie konnte bald darauf bis zu den neuen Endpunkten Morgental und Spyriplatz ausgedehnt werden, musste jedoch während der Kriegsjahre zeitweise ganz eingestellt, zeitweise auf einzelne Teilstrecken beschränkt werden, wobei die Autobusse jeweils am Schaffhauserplatz zu wenden hatten. Erst die Umstellung auf Trolleybusbetrieb im Jahre 1942 machte die Strecke Albisriederplatz - Spyriplatz unabhängig von flüssigem Treibstoff, der ja kriegsbedingt eine Mangelware war. Am Rande sei noch erwähnt, dass die Linie um 1970 nochmals für mehrere Jahre zum Autobusbetrieb zurückzukehren hatte, um die Bauarbeiten an der Westtangente und die damit zusammenhängenden Verkehrsumleitungen zu erleichtern.
Doch nun nochmals zurück zur Strassenbahn. Da die Linie 11 seit 1947 bis zum Bahnhof Oerlikon verkehrte, konnte auf die Schleife vor dem Schaffhauserplatz verzichtet werden; sie wurde deshalb 1949 entfernt. Zwanzig Jahre später erfuhr der Platz grundlegende Veränderungen: die bisher in der Mitte angeordneten Tramhaltestellen wurden stadtauswärts in die Schaffhauser- und die Hofwiesenstrasse verschoben, um Platz für ein drittes Gleis und damit Stauraum für die stadteinwärts fahrenden Tramzüge zu erhalten. Der Bau einer Fussgängerunterführung mit mehreren Aufgängen machte Gleisprovisorien mit Hilfsbrücken nötig, um trotz der Bauarbeiten den Trambetrieb gewährleisten zu können. Im Herbst 1982 schliesslich ist die Weiche der Verzweigung Bucheggplatz / Milchbuck mit einer Verriegelung ausgerüstet worden, wodurch das Kreuzungsverbot der Linien 7 und 14 auf der Weiche aufgehoben werden konnte.
Zum Abschluss ein Blick auf weitere VBZ-Linien, welche für kürzere oder längere Zeit am Schaffhauserplatz ein Gastspiel gaben: Von 1953 bis 1978 verkehrten einzelne Kurse der Flughafenlinie 68 (früher F) auf der Strecke Hauptbahnhof - Seebach, mit Zwischenhalt am Schaffhauserplatz. Im Jahre 1960 war für einige Monate eine Schnellbusverbindung zwischen dem Parkplatz beim Hallenstadion und dem Hauptbahnhof in Betrieb, deren VW-Busse anfänglich am Schaffhauserplatz ebenfalls einen Halt einschalteten. Schliesslich berühren seit 1975 die Schwammendinger Eilbusse der Linien 64 und 79 (mit rotem Pfeilsignet) den Schaffhauserplatz auf ihrer Fahrt vom Bahnhofplatz zum Milchbuck, jedoch ohne Zwischenhalt, wie dies schon früher bei einzelnen Kursen dieser Linien üblich war.
P. Manz
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| 1909 - 1921 | 1921 - 1929 |
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Blick aus der Weinbergstrasse gegen die Schaffhauserstrasse, mit Übergangsweiche, Endschleife und Stumpengleis, in den zwanziger Jahren. |
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Der Schaffhauserplatz entwickelt sich zu einem Platz; im Hintergrund die Hofwiesenstrasse im Bau, links aussen Bushaltestelle der Linie A, 27. März 1930. |
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Die zukünftige Einmündung der Hofwiesenstrasse, der "Platz" noch ohne Gleiszusammenschluss und Haltestelleninseln. |
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Kurz nach 1931 mit der neuen Hofwiesenstrasse und der durch die StStZ übernommenen ZOS. Vorne mit dem Autobus Nr. 13 der Linie A, Albisriederplatz - Spyriplatz. Linie 7 mit "Elefant" auf ungewöhnlicher Route vom Bucheggplatz her kommend. Linie 23 mit Anhänger 492, ex Motorwagen der StStZ. Die hier nicht sichtbare Wendeschleife in der Weinbergstrasse existierte jedoch noch bis 1949. |
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An der Fahrleitung an, müsste gleich ein Trolleybus erscheinen. Dieser verkehrte ab
19.06.1942 am Schaffhauserplatz. Foto aus den 50er Jahren. |
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Der Schaffhauserplatz einmal aus der gegenüberliegenden Richtung. Der hintere Anhänger ist der heutige Museumswagen C2 626. |
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Die selbe Zeitepoche wie oben. Merkwürdigerweise trägt der solo Motorwagen keine Liniennummer. |
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Nochmals in den fünfzigern. Diese Gleisanlage blieb bis 1969 so bestehen. 1970 ging die bis 2002 bestehende dreigleisige Anlage mit Personenunterführung in Betrieb. |

Das Umbauprojekt von 2002. Die 1970 erstellte Personenunterführung wurde gänzlich entfernt. Die Tramhaltestellen sind wieder auf dem Platz angeordnet. Die Geleiseanlage ist leistungsfähiger.
Plan: TAZ
Letzte Änderungen: 13.10.03
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Copyright © 1997 - 2003 Verein Tram-Museum Zürich |
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