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Die Bücher dazu:
| Betriebseröffnungen: | 22.10.1897 | Central - Stampfenbachstrasse - Oerlikon - Seebach (5.536 km) |
| 31.05.1906 | Oerlikon - Schwamendingen (2.085 km) | |
| 29.08.1908 | Seebach - Glattbrugg (1.742 km) | |
| 11.01.1909 | Oerlikon (Metzgerhalle) - Bahnhof (0.365 km) | |
| 15.10.1919 | Strecke über Walchebrücke | |
| Betriebseinstellungen: | 01.05.1931 | Seebach - Glattbrugg |
| Oerlikon - Schwamendingen | ||
| Übernahme: | 01.05.1931 | an StStZ |
Als am Ende des vergangenen Jahrhunderts in Zürich die ersten elektrischen Strassenbahnen entstanden, bemühten sich die umliegenden Gemeinden um einen direkten Anschluss an dieses moderne Stadtverkehrsmittel. Meistens scheiterten diese Anliegen an den mangeInden Finanzen der urbanen Verwaltungen. So auch in Unterstrass und Oerlikon. Erst als die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) die Finanzierung einer Betriebsgesellschaft sicherstellte, wurde nach längeren Verhandlungen die Konzession für die Strecke Leonhardsplatz (heutiges Central) bis Seebach erteilt. 1895 wurde die private Aktiengesellschaft Strassenbahn Zürich - Oerlikon - Seebach (ZOS) gegründet.
Die Linienführung der Stammstrecke folgte vom Leonhardsplatz über Stampfenbach- und Schaffhauserstrasse zum Milchbuck nach Oerlikon und Seebach. Bis zur Rötelstrasse erstellte man eine Doppelspur, für den Rest der Strecke begnügte man sich mit einer Spur und den für einen flüssigen Betrieb nötigen Ausweichstellen. Eine anfänglich eingebaute Verbindungsweiche am Central stellte die Verbindung zum Netz der Städtischen Strassenbahn Zürich her. Sie wurde aber kaum gebraucht und nach einem Defekt entfernt. Fortan war die ZOS vom städtischen Netz getrennt. Diese Tatsache lässt auf ein nicht gerade freundschaftliches Verhältnis der beiden Trambahnen schliessen. Trotz gleicher Spurweite und Spannung (600 V) wurde die ZOS als einzige nicht kommunale Strassenbahn mit einer eigenen Zufahrt ins Zentrum von Zürich als ein Fremdkörper empfunden.
In Oerlikon entstand für die Linie nach Seebach eine Niveaukreuzung mit der Nordostbahn. Aus Sicherheitsgründen und zur Schonung der Wagen durften nur leere Fahrzeuge auf dem Weg vom und zum Depot die Schienen überqueren. Die Fahrgäste gingen zu Fuss über die Gleise. Die unterbrochene Fahrleitung wurde mit einem im Boden verlegten Kabel verbunden.
Die Betriebsspannung von 600 V wurde in der eigenen Kraftstation in Oerlikon mit gasbetriebenen Dynamomaschinen hergestellt, was billiger war, als den Strom bei der Stadt zu beziehen.
Für die Stadtstrecken galt eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 12 km/h, während auf Überlandstrecken mit 20 km/h gefahren werden durfte. Die Fahrzeit für die 4,4 km lange Strecke vom Leonhardsplatz bis Bahnhof Oerlikon betrug 17 Minuten (Heute Linie 14: Bahnhofquai - Bahnhof Oerlikon Nord 16 Min.).
Der erwarteten Frequenz wegen bestellte die ZOS 15 Motorwagen (Nr. 1 - 15) mit 20 Sitzplätzen und 13 Stehplätzen mit offenen Plattformen. Verglichen mit den 12- bis 14plätzigen Wagen der Städtischen Strassenbahn stellten sie einen Fortschritt dar. Mit diesen eleganten Wagen wurde am 22. Oktober 1897 der Betrieb aufgenommen. Eine Nachbestellung von fünf weiteren Wagen von ähnlicher Bauart erfolgte ein Jahr nach der Betriebsaufnahme. Sie wiesen ein stärkeres Untergestell und eine grössere Plattform auf.
Zur Stromabnahme diente bei allen Wagen eine einfache Trolleystange. Ursprünglich wurde der Wagen nur mit einer Lampe im Innenraum beleuchtet. Später wurden auf den Plattformen zusätzliche Lampen angebracht, «was vom Publikum lebhaft begrüsst wurde». Zwischen 1901 und 1906 veränderte ein grösserer Umbau das Aussehen der Fahrzeuge. Die offenen Plattformen wurden verlängert und mit einem Glaskasten sowie Türen verschlossen. Dieser Aufbau nach dem Prinzip von Ing. Kobel verlieh den Wagen eine neue, charakteristische Form.
Im Laufe der Zeit beschaffte die ZOS verschiedene neuere und modernere Fahrzeuge und die Wagen aus der Zeit der Eröffnung wurden trotz verschiedenen Umbauten und Erneuerungen mehr und mehr für Nebenaufgaben verwendet und auf der 1906 eröffneten Strecke von Oerlikon nach Schwamendingen eingesetzt.
Die ZOS war im Gegensatz zu anderen privaten Trambahnen eine florierende Gesellschaft. Mit Ausnahme der Linie nach Schwamendingen waren die Frequenzen sehr befriedigend, so dass der 6 Minuten-Betrieb nach Oerlikon ausgedehnt werden musste und auf der Doppelspurstrecke bis Rötelstrasse ab 1901 der 3 Minuten-Takt eingeführt wurde. Die Dividendenausschüttung war über all die Betriebsjahre sehr erfreulich und lag zwischen 5% und 6 %. Die ZOS investierte regelmässig in neue Fahrzeuge sowie in die Erneuerung und den Ausbau der Strecke auf Doppelspur.
Das Jahr 1927 brachte die ersten Anzeichen einer kommenden Umwälzung. Das Eisenbahndepartement machte die Erteilung einer neuen Konzession für eine neue Linie nach Oerlikon von der vorausgehenden Einigung zwischen der Städtischen Strassenbahn und der ZOS abhängig. Nach langem Ringen einigte man sich auf den Verkauf der gesamten Aktien der ZOS an die Stadt Zürich.
Am 1. Mai 1931 ging der Betrieb an die Städtische Strassenbahn über. Gleichzeitig wurden die einspurigen und nicht mehr rentierenden Strecken von Oerlikon nach Schwamendingen und von Seebach nach Glattbrugg eingestellt und mit Busbetrieb weitergeführt. Die neueren Fahrzeuge wurden in den Bestand der StStZ eingereiht und blau bemalt und die Wagen 2 - 15 der ersten Generation wurden in den folgenden Jahren in Anhänger umgebaut und weitere 30 Jahre eingesetzt.
Der Wagen ZOS Nr. 1 wurde an die Forchbahn verkauft, wo er bis in die sechziger Jahre als Dienstwagen Xe 2/2 Nr. 51 eingesetzt war.
R. A. Temperli
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Der Wagen Nr. 12 am Ausgangspunkt der ZOS in der Stampfenbachstrasse beim Leonhardsplatz
(heute Central) im Eröffnungsjahr 1897. Foto: MFO, Sammlung TMZ |
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Der Bahnübergang in Seebach. Die SBB - Strecke im Furttal wurde per 13.2.1942 elektrifiziert. |
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Dieses Inserat erschien 1907 im Fahrplan der StStZ. Einiges ist bemerkenswert, so auch bei Schwamendingen: Idyllisch gelegenes Bauerndorf. |
Letzte Änderungen: 12.10.03
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