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1889: Huckepack am Zürichberg

Aus der VBZ-Personalzeitschrift "Regenbogen", 4/2003 (ungekürztes Manuskript)

Solche Dampftramway-Lokomotiven, wie sie die SLM damals produzierte und in verschiedene Länder exportierte, hätten für den Trambetrieb am Zürichberg beschafft werden sollen. Inserat u. a. in der NZZ vom 12. Mai 1885.

Unter den zahlreichen Zürcher Tramvorhaben des ausgehenden 19. Jahrhunderts glaubte eines an seine Konkurrenzfähigkeit im Güterverkehr. Im September 1889 reichten die Gemeindepräsidenten von Hottingen, Hirslanden, Ober- und Unterstrass in bemerkenswerter Einmütigkeit ein Konzessionsbegehren ein für ein Tramnetz am Zürichberg, durch den Seilergraben zum Hauptbahnhof und über die Rämistrasse nach dem Paradeplatz und zum Bahnhof Enge. Keck wurden sogar Erweiterungen ins Industriequartier und von Unterstrass nach Wipkingen eingeplant. Das Tram sollte normalspurig gebaut werden, dies, um auch die Gleise der Pferdebahn mitbenützen zu können, aber auch aus Sicherheitsüberlegungen: Man nahm an, dass die Normalspur auf den grossen Steigungen sicherer sei, um so mehr mit dem Güterverkehr grosse Lasten zu befördern waren. Als Traktionsart gab man dem Dampfbetrieb den Vorzug.

17 Dampftramwaylokomotiven, 27 Wagen für den Personen-, 4 für den Güterverkehr gehörten zum Beschaffungsprogramm. Den Erfolg für den Güterverkehr erhoffte man sich vor allem der Topografie wegen. Für Stückgut plante man in den Dörfern Agenturen, welche die Funktion einer Güterexpedition wahrgenommen hätten. Revolutionär waren aber die Pläne für den Wagenladungsverkehr.

Tag für Tag quälten sich zu jener Zeit zahllose Fuhrwerke die Rämistrasse hinauf. Wieso also nicht die Gefährte am Bellevue ausspannen und die Wagen auf niederflurige Tram-Flachwagen verladen? Oben am Bestimmungsort brauchte man dann nur wieder Pferde einzuspannen, um das Fuhrwerk vor das Haus des Empfängers zu ziehen. Vorsichtig errechneten die Initianten das Potential mit 15 Fuhrwerken, die sie pro Tag per Tram zu befördern hofften. Für den Transport sah man die frühen Morgenstunden vor, um den Personen- und Strassenverkehr nicht über Gebühr zu behindern. Als Transportgut rechnete man mit Bau- und vor allem mit Brennmaterial, welches damals zum Heizen, Kochen und Waschen sowie für Dampfmaschinen in Gewerbebetrieben in ansehnlichen Mengen benötigt wurde.

Opposition gegen den Dampfbetrieb, die Konkurrenz durch andere Tramprojekte und die unterschiedlichen Planungsabsichten der Strassenbaukommission vermochten die geniale Idee einer rollenden Landstrasse (oder besser gesagt: Bergstrasse) am Zürichberg zu verhindern.

Bruno Gisler
VBZ Unternehmenszentrale

Quellenhinweis: Bundesarchiv Bern (Konzessionsakten)

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Letzte Änderungen: 30.08.2006


Skizze Tramzug

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