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Burgwies, Zukünftiges Tram Museum Zürich

Medienorientierung vom 07.03.01


Burgwies - neue Nutzungen für das Knechtenhaus und das
Tramdepot / Orientierung vom 7.März 2001

Vom Tramdepot Burgwies zum Trammuseum mit  Quartierzentrum

Stadtrat Willy Küng Finanzvorstand

Nachdem die VBZ ihr erstes und ältestes Tramdepot nicht mehr benötigte, ist im Jahre 2000 die Liegenschaft von den Industriellen Betrieben in den Verantwortungsbereich des Finanzdepartementes übertragen worden. Das vielseitige Portfeuille der städtischen Liegenschaftenverwaltung ist seither um ein attraktives Gebäude ergänzt worden.

Schon einige Zeit länger, nämlich seit dem Erwerb im Jahre 1971, betreut die Liegenschaftenverwaltung das zum Komplex "Mühle Hirslanden" gehörende "Knechtenhaus". Das denkmalgeschützte Gebäude mit je einem Wohn- und Oekonomieteil ist schlecht belegt. Im Wohnhaus besteht ein von der früheren Nutzung herrührender Schädlingsbefall. Dem Messingkäfer, der an sich keine hygienische Gefahr für Menschen darstellt, jedoch Löcher in Textilien zu nagen vermag, ist nur im Rahmen einer umfassenden Sanierung beizukommen. Die Scheune steht weitgehend leer.

Das Knechtenhaus war schon vor Jahren vom Quartierverein als Quartiertreff ins Auge gefasst worden. Das Interesse für einen solchen Treffpunkt wurde inzwischen erneuert. Das Bedürfnis ist ausgewiesen, und die Eignung des Knechtenhauses für diese Zweckbestimmung wurde abgeklärt. Ein Quartiertreff bedingt zudem geringere Eingriffe in das Schutzobjekt als der Einbau von zeitgemässen Wohnungen. Deshalb hat der Stadtrat entschieden, das Knechtenhaus für die Quartiernutzung bereitzustellen und eine Motion abzulehnen, die eine Abgabe der Liegenschaft an Dritte verlangte. Damit soll das historische Gebäude der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Im Wohnteil soll die bestehende Raumeinteilung weitgehend erhalten bleiben. In der grossräumigen Scheune soll ein attraktiver Veranstaltungs- und Versammlungsraum entstehen, was für den Ganzjahresbetrieb entsprechende bauliche Anpassungen bedingt.

Für das ehemalige Tramdepot bewarben sich sowohl Gewerbebetriebe als auch der Verein Tram-Museum Zürich und das Indianermuseum. Interesse meldete auch das Quartier. Für die Vielfalt der Nutzungsanträge war die best- mögliche Lösung zu finden. Der Stadtrat hat wie folgt entschieden: Heutige Mieter im Büroteil des Tramdepots können hier bleiben. Es sind dies ein Ingenieurbüro und ein Grafikatelier sowie die Stadtjugendmusik. Weitere Gewerbebetriebe werden in der angebauten Depothalle Platz finden. Es handelt sich um Betriebe, die Ersatzräume benötigen, dies aus folgendem Grund: Der Verein Drahtzug, der Behinderten in der städtischen Liegenschaft Drahtzugstr. 72 und 74 Wohn- und Arbeitsplätze anbietet, übernimmt von der Psychiatrischen Klinik Burghölzli zusätzliche Behinderten-Arbeitsplätze und benötigt dafür die städtische Gewerbeliegenschaft Drahtzugstr. 76. Deshalb musste die Liegenschaftenverwaltung die dortigen Mietverhältnisse kündigen. Sie kann jetzt in der erwähnten angebauten Depothalle Ersatz anbieten.

Zusätzlich hatte der Stadtrat zwischen der Bewerbung des Trammuseums und des Indianermuseums zu entscheiden. Der Raumbedarf des Indianermuseums ist sehr dringend, nachdem die Institution ihre Ausstellungsräume im Schul- haus Feldstrasse aufgrund des Bedarfs an Klassenzimmern hat aufgeben und die Sammlung hat einlagern müssen. Nachdem aber die Bewerbung des Vereins Tram-Museum ebenfalls überzeugt und diese Nutzung auf einen Geleiseanschluss angewiesen ist, sprach sich der Stadtrat für das Trammuseum aus. Für das Indianermuseum wurde eine andere Lösung gefunden. Es wird Räumlichkeiten im Seefeld beziehen, die bisher vom Museum für konstruktive und konkrete Kunst gemietet waren.

Die Veteranen-Fahrzeuge des Vereins Tram-Museum sind heute einerseits im kleinen Depot Wartau in Höngg, anderseits in verschiedenen VBZ-Depots untergebracht. Der wachsende Eigenbedarf der VBZ nach Depotflächen stellt aber diese Lösung für die Zukunft in Frage. Auf der Burgwies bietet sich die seltene Gelegenheit, dem Verein ein Gebäude mit bestehender Infrastruktur anbieten zu können. Die grosse Depothalle Burgwies soll deshalb in erster Linie die historischen Fahrzeuge des Vereins Tram-Museum aufnehmen, womit die bedeutsame Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs dokumentiert werden kann. Das Depot Wartau wird einer neuen Nutzung zugeführt.

Der Verein Tram-Museum möchte seine Fahrzeuge nicht nur ein-, sondern auch ausstellen sowie Veranstaltungen durchführen. Das Konzept erfordert somit nicht nur Abstellfläche, sondern auch Raum für attraktive Präsentationen und die Befriedigung der gastronomischen Bedürfnisse. Im Tramdepot soll deshalb auch ein gastronomisches Angebot sowie eine Fläche für Veranstaltungen eingerichtet werden. Beides wird auch dem Quartier für Anlässe, weIche wegen der Grösse oder der dort fehlenden Infrastruktur nicht im Knechtenhaus durchgeführt werden können, zur Verfügung stehen.

Der Stadtrat misst im Rahmen der Projektierung der Vernetzung der beiden Detailprojekte und der Gestaltung der dazugehörenden Umgebung eine grosse Bedeutung zu. Damit sollen die Synergien zwischen den verschiedenen Nutzungen optimiert und der entsprechende Quartierteil generell aufgewertet werden. Für die weitere Projektentwicklung wird eine Projektgruppe initiiert, in welche alle massgebenden Interessen einzubinden sind.

Stadtrat Willy Küng
Finanzvorstand

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Burgwies - neue Nutzungen für das Knechtenhaus und das
Tramdepot / Orientierung vom 7.März 2001

Museales Depot für Oldtimer- Trams

Dr. Thomas Wagner, Stadtrat
Vorsteher des Departementes der Industriellen Betriebe

Im Gegensatz zu Häusern können wir Trams nicht unter Schutz stellen. Das wollen wir auch nicht, denn die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) sollen ihren Fahrzeugpark in regelmässigen Abständen erneuern und dem aktuellen Stand der Technik anpassen. Die blauen Trams sind aber in Zürich mehr als nur Verkehrsmittel, denn sie prägen das Stadtbild wesentlich mit und haben das seit ihrem Auftauchen am Ende des 19. Jahrhunderts immer getan. So liegt es im Interesse der Stadt, dieses kulturelle Erbe zu pflegen und typische Vertreter früherer Tramgenerationen zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für die tatkräftige Umsetzung dieses Anliegens sorgt schon seit 34 Jahren der Verein Tram-Museum in freiwilliger Arbeit und mit grossem Engagement.

Vor 12 Jahren konnte der Verein seinen eigentlichen Museums- betrieb im Depot Wartau in Höngg aufnehmen. Allerdings bietet dieses Klein-Depot nur vier Fahrzeugen Platz; der Rest der Sammlung ist in ordentlichen Depots der VBZ untergebracht. Dieser Raum wird dem Verein aber längerfristig nicht mehr zur Verfügung stehen, weil der Bedarf der VBZ an Abstell- und Betriebsflächen in Zukunft anwachsen wird. Das ausgediente Depot Burgwies ist mit seinen 600 Laufmetern Geleise gross genug, um alle 25 historischen Fahrzeuge des Vereins aufnehmen zu können. Zudem ist der nötige Raum für Rangiermanöver, Werkstätten, Lager und vor allem auch für Anlässe vorhanden. Der Verein will die Objekte nämlich nicht einfach lagern, sondern ausstellen und wieder in Fahrt bringen.

Der Stadtrat ist auf das Begehren des Vereins nach zusätzlicher Ausstellungsfläche im Depot Burgwies eingegangen, weil er dieses als geeigneten Standort und ideales Gebäude für ein Tram-Museum erachtet. Als erstes und ältestes Tramdepot der Stadt Zürich wird es zusammen mit den darin gesammelten Oldtimern ein würdiges Denkmal zürcherischer Tramgeschichte bilden. Der Stadtrat knüpft daran aber auch die Erwartung, dass der Verein auf seinen Fahrzeugen keinen Staub ansetzen lässt, sondern weiterhin Gelegenheiten sucht, um diese wieder zum Leben zu erwecken, so wie er das beispielsweise mit grossem Erfolg am Tram-Fest vom vergangenen August getan hat. Das Museum soll sich dabei nicht auf die rein städtische Sicht beschränken, sondern auch Regionallinien in Erinnerung rufen, wie zum Beispiel die Limmattal-Strassenbahn oder das grüne Oerliker Tram, das schon einmal bis nach Glattbrugg fuhr. Nicht zuletzt im Hinblick auf die geplanten Ausbauetappen des städtischen Nahverkehrs soll dieses Museum auch einen regionalen Charakter haben und den Bezug der Tramgeschichte zur aktuelle Entwicklung herstellen.

Stadtrat Thomas Wagner
Vorsteher der Industriellen Betriebe

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Burgwies - neue Nutzungen für das Knechtenhaus und das
Tramdepot / Orientierung vom 7.März 2001

Quartiertreff Hirslanden kommt

Stadträtin Monika Stocker
Vorsteherin des Sozialdepartements

Im idyllisch gelegenen, historisch bedeutenden Komplex der Mühle Hirslanden wird ein Quartiertreff eingerichtet. Das attraktive, 240 m2 umfassende ehemalige Knechtenhaus der Mühle bietet nach der umfassenden Renovation Raum für vielfältige Quartiernutzungen. Die zauberhafte und doch zentrale Lage werden den Erfolg des Treffs und hohe BesucherInnenzahlen gewährleisten. In Zusammenarbeit mit Quartierexponentinnen und -exponenten und dem Amt für Hochbauten wird das Sozialdepartement die vorliegenden Nutzungs-Ideen aus dem Quartier nun umsetzen.

15 Jahre alt sind die Diskussionen um einen Quartiertreffpunkt in Hirslanden. Bereits 1985 liess der Quartierverein Hirslanden eine Projektskizze zur Nutzung des Knechtenhauses als Treff ausarbeiten, die aber nicht weiter verfolgt wurde. Im Rahmen der Ausschreibungen Soziokultur gelangte der Verein Aktives Balgrist 1996 mit der Bitte ans Sozialdepartement, Räume für Quartiernutzungen, insbesondere für Jugendliche erschliessen zu helfen. Der Wunsch nach einer Öffnung des ganzen Mühleareals stand dabei im Zentrum.

Mit dem heute vorliegenden Gesamtkonzept, welches das Tramdepot Burgwies und einen Teil des Mühleareals umfasst, bekommt Hirslanden jedoch nicht nur seinen lang ersehnten Quartiertreffpunkt, sondern zudem ein Museum mit regionaler Ausstrahlung und ein neues Restaurant. das den Bedürfnissen des Quartiers ebenfalls Rechnung tragen wird. Räume für Jugendliche müssen nun anderweitig gefunden werden, da sich das ehemalige Knechtenhaus der Mühle dazu nicht eignet. Aus soziokultureller Sicht ist die Kombination der drei Komponenten Treff, Museum und Restaurant äusserst attraktiv und birgt vielfältige Synergien. Hirslanden wird neu einen Quartier-Mittelpunkt haben, der bisher gefehlt hat. Die neuen Impulse, die Treff, Museum und Restaurant nach Hirslanden bringen werden, sind in jeder Hinsicht eine Chance für das Quartier und seine BewohnerInnen, die es zu nutzen gilt.

Stadträtin Monika Stocker
Vorsteherin des Sozialdepartementes

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Auszüge aus dem Konzept für einen Quartiertreff Burgwies

Erarbeitet vom Quartierverein Hirslanden und vom Verein Aktives Balgrist
Erstpublikation irn Jahr 2000

Hirslanden / Balgrist - Ein lebenswertes Quartier

Hirslanden / Balgrist ist ein Stadtteil, der in den letzten Jahren wieder vermehrt junge Familien angezogen hat und aufgrund seiner Lage zwischen dem Zürichberg und dem Zürichsee eine attraktives Wohnen in Zürich ermöglicht. Dem Gebiet Hirslanden und Balgrist / Rehalp fehlt es jedoch an einem allgemein zugänglichen Begegnungsort, einem Zentrum. Die nächsten Gemeinschaftszentren liegen in Witikon, Riesbach und beim Klusplatz, doch sind sie in angemessener Zeit nicht zu Fuss oder mit öffentlichem Verkehr erreichbar.

Bedürfnis

Die Lebens- bzw. Wohnqualität eines Stadtteils wird neben der Arbeitsplatz- und Wohnsituation auch über die Freiräume bestimmt, die der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Hirslanden ist ein von stark befahrenen Strassen durchzogenes Quartier, das kaum Begegnungsorte im Alltag, z. B. beim Einkaufen, oder Verweilen, aufweist. Die Gegend um die Burgwies braucht im Speziellen einen städteplanerischen Impuls, um die Dominanz der Forchstrasse zu brechen. Auch dem Balgrist-Gebiet fehlt eine freie Begegnungsstätte.

Ein offener Quartiertreff unterstützt den Kontakt unter der Quartierbevölkerung, bietet Identifikationsmöglichkeiten mit dem Quartier und fördert die Mitverantwortung für seine unmittelbare Umgebung. Die Einrichtung eines Quartiertreffs im Knechtenhaus bei der Mühle Hirslanden / Burgwies zusammen mit einer öffentlichen Nutzung des ehemaligen Tramdepots Burgwies bietet die einmalige Gelegenheit, für diesen Stadtteil ein offenes Begegnungszentrum zu schaffen, welches die Lebensqualität wesentlich im positiven Sinn beeinflusst.

Das bestehende Angebot an Räumlichkeiten und Aktivitäten ist zur Zeit sehr beschränkt und lässt sich rasch wie folgt zusammenfassen: Der Verein Aktives Balgrist hat in den vergangenen sieben Jahren mit Freiwilligen Anlässe und Kurse organisiert. Seine Aktivitäten sind vor allem auf den Raum Balgrist ausgerichtet. Das "Sääli" im Restaurant "Wilder Mann" oder "Burgwies" ist für die Vermietung nur interessant, wenn auch konsumiert wird. Die Kirchgemeinde Balgrist ist im allgemeinen eine grosszügige Vermieterin, jedoch besteht für viele Menschen aus verschiedenen Kulturen eine Hemmschwelle, Veranstaltungen zu besuchen, die in einem religiösen Umfeld stattfinden. Das etwas entfernt gelegenere Zentrum für Alle Klus bietet eine Anzahl schöner Räume für eine eingeschränkte Nutzung an, ist aber durch seinen Auftrag auch für ein gesamtstädtisches Angebot zuständig.

Warum ein Quartiertreff im öffentlichen Interesse liegt:

Das Quartier Hirslanden hat im Gegensatz zu den anderen Stadtquartieren noch keinen Quartiertreffpunkt.

Im Quartier Hirslanden und im Gebiet Balgrist / Rehalp ist in den letzten Jahren ein Zuzug von Familien festzustellen. Für Mütter mit Kleinkindern gibt es im Quartier keinen Treffpunkt, wo sie sich in einem öffentlichen, kinderfreundlichen Raum ungezwungen und unverbindlich begegnen können.

Jugendarbeit wird bei der steigenden Zahl von Schülerinnen und Jugendlichen immer notwendiger. In Hirslanden besteht ein beschränktes Freizeitangebote, wie etwa Kurse oder Clubs. Ein Quartiertreff würde zusätzlich Freiräume für in begleiteter Selbstverantwortung ausgeübte Freizeitaktivitäten schaffen.

Ein Quartiertreff unterstützt mit seinen Angeboten und Strukturen Ideen und Veranstaltungen. Die aktive Mitarbeit der erwachsenen Quartierbevölkerung erfordert Kompetenzen wie Kreativität, Eigenverantwortung, Integrationsfähigkeit, Kooperation, Toleranz, die eingebracht, geübt und entwickelt werden können. Diese Erfahrungen unterstützen das Gemeinschaftsgefühl und die Vernetzung im eigenen Quartier.

Ein starkes, selbstbewusstes Quartier hat Ressourcen, um Randgruppen zu integrieren und ihnen auch Raum zu bieten. Ein Quartiertreff mit engagierten BenützerInnen bietet hierzu eine hervorragende Grundlage.

Betriebskonzept für einen Quartiertreff

Dem nachfolgenden Betriebskonzept liegen noch keine konkreten Räumlichkeiten zu Grunde. Das unter Denkmalschutz stehende Knechtenhaus der Mühle Hirslanden / Burgwies bedarf noch einer generell, unabhängig der Nutzung notwendigen vollständigen Sanierung, bevor ein Quartiertreff eröffnet werden kann.

Die interessierten Kreise im Quartier haben gemeinsam die folgenden Eckpunkte eines Betriebskonzepts erarbeitet:

Freiwilligenarbeit, die schon heute der wichtigste Motor für die Quartierkultur ist, wird ein wesentlicher Eckpfeiler des Quartiertreff-Betriebs bilden. Ein Betriebsrat aus verschiedenen Vereinen, Gruppierungen und Behördenvertretern soll gewährleisten, dass sinnvolle Lösungen für anfallende Probleme gefunden werden.

Das folgende Raum- und Nutzungsangebot sollte vorhanden sein:

Trägerschaft aus dem Quartier

Folgende Institutionen im Quartier werden aktiv an der definitiven Ausarbeitung des Betriebskonzeptes und in der Quartiertreff- Trägerschaft mitarbeiten:

Quartierverein Hirslanden

Historisches

"Hirslandia" wird vor über 1000 Jahren im Zehntenregister des Grassmünsterstifts das erste Mal erwähnt.

Hirslanden bildete von jeher kein Dorf, sondern erstreckt sich entlang der Forchstrasse und bis hinauf in den Adlisberg. Ursprünglich gehörten zu Hirslanden auch Teile vom heutigen Riesbachquartier, nämlich Balgrist und Rehalp und ein Teil der Forchstrasse von Hegibachplatz bis Apollostrasse.

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor waren von jeher die Bachläufe Wehrenbach und Stöckentobelbach. Das Wasser betrieb auf wenigen Kilometern mehrere Wasserräder. Noch heute kann in der historischen Mühle Hirslanden ein Wasserrad bestaunt werden

1985 liess der Quartierverein eine Projektstudie erarbeiten, in der aufgezeichnet wurde, wie aus dem zur Mühle gehörenden Knechtenhaus ein Begegnungsort für die Quartierbevölkerung werden könnte. 1996 wurde das Projekt im Zusammenhang mit der Bedarfsplanung und Offertstellung "Soziokultur" der Liegenschaftenverwaltung der Stadt Zürich zugestellt.

Ende 1999, unter dem Motto Hirslanden - Neustart im Jahr 2000, treffen sich BewohnerInnen und Bewohner aus Hirslanden um einen neuen Vorstand zu gründen. Ziel ist es u.a. für die Quartiersbevölkerung vermehrt Aktivitäten auf verschiedensten Ebenen anzubieten. Dafür braucht es ein Quartierzentrum.

Verein Aktives Balgrist

Historisches

Gegründet 1994. Zweck des VAB ist es, den Kontakt zwischen den QuartierbewohnerInnen zu fördern und deren Interesse gegenüber Behörden und Institutionen zu wahren. Ein wichtiger Grund für die Gründung eines neuen "Quartiervereins" war die geografische Lage des VAB-Einzuggebietes im Grenzdreieck zwischen den Quartieren Riesbach, Witikon und Hirslanden. Eine Querverbindung des öffentlichen Verkehrs zwischen Balgrist / Burgwies und Seefeld bzw. Witiknn fehlt.

Der Verein Aktives Balgrist veranstaltete in den vergangenen sieben Jahren rund 100 Anlässe, zum grossen Teil in den Räumlichkeiten des Kirchgemeindehauses Balgrist.

Andere Institutionen wie Elternverein 71 Kirchgemeinden, Gewerbe werden zu einer aktiven Mitarbeit eingeladen.

Zürich. 7. März 2001

Irene Lienemann Denner, Quartierbeauftragte für Soziokultur
Hirslanden und Präsidentin Verein Aktives Balgrist

in Zusammenarbeit mit Lisa Herzog Quartierverein Hirslanden

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Depot Burgwies, traditionsreicher Platz - ein Ort um Altes zu erhalten und Neues zu er-fahren

Medieninformation vom 7. März 2001, von Martin Schnider. Präsident TMZ

Keimzelle des elektrischen Trams

1894 begann das elektrische Tramzeitalter in Zürich, und das Depot Burgwies war damals schon Dreh- und Angelpunkt, denn für dieses "high-tech" und die Grosstadt verkörpernde Verkehrsmittel musste - mangels Angebot - die Energie gleich im Depot selbst erzeugt werden; hier stand das trameigene Dampfkraftwerk.

Tram erschliesst Stadt und Land

Von 1894 bis 1912 entstand ein dichtes Netz von meterspurigen Trambahnen, welche Zürich und seine Umgebung erschlossen. Neben den bekannten blau/weissen Tramwagen führte das grüne Oerliker - Tram (Strassenbahn Zürich - Oerlikon - Seebach) nach Schwamendingen und Glattbrugg (die Stadtbahn Glattal gab es schon einmal...), das "Lisebethli" - also die Limmattal - Strassenbahn bis Dietikon und Weiningen und die ehedem blaue Forchbahn nach Esslingen, wo sich die Uster - Oetwil - Bahn und an deren Endpunkt Langholz die Wetzikon - Meilen - Bahn anschloss.

Auch ein Teil der Alltagskultur

Lange Zeit war die Geschichte des Alltages, also des Lebens der "kleinen Leute" kein anerkanntes Thema, ebenso die Technikgeschichte und Industriearchäologie. So verwundert es kaum, dass die Gründer des Vereins Tram-Museum Zürich im Jahre 1967 - es war Hochkonjunktur, Zürich wollte Olympiastadt werden und eine Untergrundbahn bauen - recht argwöhnisch betrachtet wurden. Zähe Aufbauarbeit und ein verändertes Bewusstsein liessen den Verein auf gegen 800 Mitglieder anwachsen und nach verschiedenen Provisorien konnte ab 1989 im Depot Wartau in Höngg der reguläre Museumsbetrieb im einfachen Rahmen aufgenommen werden. Die eigene Museums-linie ab Hauptbahnhof vermittelt das Fahrgefühl der Grosseltern im Original. Kinder staunen und die Älteren schwärmen, dass Trams einmal aus Holz gebaut und jeder Wagen von einem eigenen Kondukteur begleitet war. Strassenbahnmuseen gibt es auch in anderen Städten; ein privater Trägerverein betreibt das sehr sehenswerte Stuttgarter Strassenbahnmuseum im Betriebshof Zuffenhausen und im "Werk Peter" wird die Nürnberger Nahverkehrsgeschichte gepflegt. Dieses historische Depot ist übrigens auch ein beliebter Ort mit spezieller Ambiance für offizielle Anlässe der Stadt Nürnberg. Auch in der Schweiz werden solche Vorhaben unterstützt: Die Burgergemeinde Bern hat im Jahre 2000 den mit CHF 100'000 dotierten Kulturpreis dem Tramverein Bern verliehen, welcher am Aufbau eines Nahverkehrsmuseuns arbeitet.

Burgwies - die Trams werden wieder quietschen

Nicht bloss Depot, neues Leben soll einziehen. Neben einer erneuerten Ausstellung und unserer Modellanlage - wo auch das ehemalige Dolder-Tram (1899-1930) weiter fährt wird die" Museums- Linie" regelmässig mit historischen Tramwagen von Hirslanden in die Innenstadt fahren. Wie heute zum normalen ZVV - Tarif, ein Service für Bevölkerung und Gäste. Doch nicht nur Tramwagen, auch eine Technische Sammlung und ein umfangreiches Archiv zur Zürcher Nahverkehrsgeschichte wird gepflegt, daneben wartet eine repräsentative Sammlung historischer Busse, so der erste Zürcher Trolleybus von 1939, auf eine würdige Präsentation. Die grosse, helle Depothalle kann auch ein Raum der Begegnung, für Anlässe der verschiedensten Art werden. Unsere Trams können Platz machen, sind mobil, sie verkörpern Mobilität! Eine guter Nutzungsmix von Tramdepot und Knechtenhaus kann nur befruchtend wirken. Wir freuen uns darauf!

Partnerschaft ist gefragt

Das Depot Burgwies - ein Durchbruch nach 34 Jahren Vereinsarbeit. Doch ohne ein partnerschaftliches Verhältnis mit den VBZ wäre das "lebendige Museum" nicht denkbar, nicht zu er-fahren. Für die Verwirklichung des Projektes Burgwies wird viel Einsatz notwendig sein. Wir sind aber überzeugt, dass dieses urtypisch zürcherische Museum auch regionalen Charakter hat, denn ein Fahrzeug der Wetzikon -Meilen - Bahn hat das Tram-Museum der Nachwelt erhalten, zwei Wagen des Oerliker-Trams sowie unseren Limmattaler Ce 2/2 2 von 1900, welcher im Sommer der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Aus diesem Grunde wird der TMZ ein" Paket schnüren" (Museumsausbau, Fahrzeugrestaurierungen) und an den Fonds für gemeinnützige Zwecke des Kantons Zürich geIangen, allein im " Lisebethli" stecken aus unseren Mitteln über 230'000 CHF und 13'500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit.

Wir fahren bald wieder ...

Am 7. April werden die Museumswagen aus der Remise geholt, im Tram-Museum beginnt die 13. Saison. Neu ist es neben dem 1. Samstag auch am letzten Sonntag von 13.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, die Museums-Linie verkehrt mit dem bewährten Fahrplan.
Sowie auch jeden Mittwoch von 19.00 bis 21.30 Uhr
Gruppen empfangen wir nach Vereinbarung gerne ausserhalb der Öffnungszeiten.

Tram-Museum Zürich

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Burgwies -neue Nutzungen für das Knechtenhaus und das
Tramdepot / Orientierung vom 7.März 2001

Das Projekt und die Termine

Peter Ess
Direktor Amt für Hochbauten

Lage

Das Knechtenhaus ist Teil der denkmalpflegerisch wertvollen städtischen Liegenschaft Mühle Hirslanden, welche die Stadt im Jahre 1971 erworben hat.
Beim ab 1893 erbauten Tramdepot Burgwies handelt es sich um das erste und somit älteste Tramdepot der Stadt Zürich.

Beide Gebäude, die direkt an der Forchstrasse, nahe der Tram- und Forchbahnhaltestelle Burgwies liegen, sind laut Zonenplan 1992/1999, Teile I+II, der Zone W3 zugeordnet.

Teile des rund 9950 m2 umfassenden Tramdepotareals befinden sich im Waldabstandsbereich.

Baulicher Zustand

Die Gebäudegrundsubstanz des Knechtenhauses kann als relativ gut bezeichnet werden. Hinter den Wandverkleidungen und in den Bodenhohlräumen hat sich aber der Messingkäfer eingenistet. Um den ca. 3-5 mm grossen Käfer dauerhaft zu entfernen, müssen während des Umbaus alle Hohlräume gereinigt werden. Dadurch wird ihm die Nahrungsgrundlage entzogen.

Der Zustand des massiv gebauten, eingeschossigen Tramdepots Burgwies und des angebauten zweigeschossigen Bürogebäudes sind insbesondere im Innern gut. Die Gebäudeinstallationen sind, der damaligen Nutzung als Tramdepot entsprechend einfach.

Die Bedeutung von Knechtenhaus und Tramdepot Burgwies

Knechtenhaus

Zur «Mühle Hirslanden» gehören Mühle, Mühlen- und Ökonomiegebäude, Lehen- und Knechtenhaus mit angebauter Scheune, Waschhaus: Sie bilden ein Ensemble, dessen baukünstlerische und kulturhistorische Bedeutung weit über die Stadt Zürich hinausreicht. Knechtenhaus und angebaute Scheune sind Ständerbauten. Die ältesten Konstruktionsteile der Scheune datieren kurz nach 1700. Die Fassaden sind teils verbrettert, teils Riegelwände unterschiedlicher Bauepochen. Zu den Schutzmassnahmen gehören der Erhalt der Konstruktion inkl. Brandmauer, eine sorgfältige Sanierung der Wohnräume. Der Dachraum kann nur reduziert genutzt werden, insbesondere sind der für einen Mühlenkomplex charakteristische Taubenschlag sowie die Knechtenkammer zu erhalten.

Tramdepot Burgwies

Das 1893 erbaute Tramdepot Burgwies ist das erste und älteste Tramdepot der Stadt Zürich. Es ist Teil der schützenswerten Industrie- und Gewerbezone am Wildbach, in seiner ursprünglichen Anlage als «Kraftstation Hirslanden» mit Maschinensaal, Accumulatorenraum, Dampfkesseln und dem hohen Fabrikkamin. Das Depot ist aber nicht nur Prototyp einer Baugattung - bis in die 1930er Jahre werden ca. vierzehn Remisen und Depots erstellt -, das Depot ist innerhalb dieser Bauaufgabe das best erhaltene Historismusgebäude. Die Schutzmassnahmen umfassen die Fassaden des Depots und des Dienstgebäudes samt Fenstergestaltung und Fensterläden, Vordach und Uhr; die flachen Dächer samt Oberlichtern; im Innern des Depots die weiträumigen Hallen, die Eisenstützen, die Reparaturgräben, die Bodenkonstruktion, die Holzverschalung der Decke; im Innern des Dienstgebäudes die Primärkonstruktion, das Treppenhaus samt Treppe und Geländer, die Zimmertüren.

Die Gebäudehüllen des Knechtenhauses und des Tramdepots Burgwies genügen bezüglich Energie- und Schalldämmung den heutigen Anforderungen nicht mehr und sind zu sanieren.

Projektabwicklung

Ab Erteilung des Projektierungsauftrags bis zur Genehmigung des Objektkredits für das Knechtenhaus und das Tramdepot Burgwies ist mit einem Zeitrahmen von 2 Jahren zu rechnen. Der Abschluss der Bauarbeiten für beide Liegenschaften, die zwecks Nutzung von Synergien gleichzeitig erfolgen, ist auf Sommer 2005 vorgesehen.

Peter Ess
Direktor Amt für Hochbauten

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Letzte Änderungen: 27.09.03


Skizze Tramzug

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