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aus TMZ - Revue 1/98
Das Depot Burgwies wurde - gesamthaft betrachtet - im Laufe der vielen Jahre nur unwesentlich verändert, so dass sich die Gebäulichkeiten heute noch weitgehend so präsentieren, wie sie nach den Erweiterungsbauten von der ESZ um die Jahrhundertwende übernommen worden sind.
Im Gegensatz zu den anderen Depots sind auch keine selbständigen Abhandlungen (Jubiläumsbroschüren usw.) verfasst worden, so dass eine zusammenfassende Darstellung für dieses Depot bis heute fehlt. Nachstehend die wichtigsten Fakten:
1893/94 erbaut und am 8. März 1894 eröffnet für die ehemalige «Elektrische Strassenbahn Zürich» (ESZ). Backsteingebäude mit 6 Hallengeleisen für 16 Fahrzeuge und angebauter Kraftstation (Dampfzentrale) für die Stromversorgung des elektrischen Betriebes. Ein Hallengeleise führte auf der hinteren Depotseite ins Freie und war an eine Drehscheibe angeschlossen.
1896-1900 Übernahme der ganzen Anlagen durch die städtische Strassenbahn StStZ und Erweiterung der Kraftstation und der Gebäude.
1904 Aufhebung der Kraftstation und Verwendung der freiwerdenden Räumlichkeiten für andere Zwecke.
1907 Verlegen eines Dienstgeleises von 88 m Länge längs des Depotgebäudes.
1908 Verlängerung des Depots und Erweiterung der Putzgruben im bestehenden Depotteil.
1909 Einrichtung neuer Dienstwohnungen.
1910 Einbau eines dritten Geleises über der neuen Wehrenbachbrücke derart, dass ein Umfahren und Anlaufen der umzustellenden Anhängewagen möglich wurde. Die Verlegung der genannten Strecke der Forchstrasse in Richtung gegen das Depot hin erforderte die Abtretung von Depotvorplatzfläche und bewirkte eine andere Depoteinfahrt mit völlig veränderten Geleiseanlagen.
1912 Verlängerung der Strecke bis zur Rehalp im Zusammenhang mit der Eröffnung der Forchbahn. Damit verbunden ist der Ausbau der Strecke in der Forchstrasse auf Doppelspur. Neugestaltung der Geleiseanlage in der Forchstrasse und im Depotvorhof.
1913 Vergrösserung der Einfahrtstore von 2.2 m auf 2.8 m Breite, nachdem die unachtsame Bedienung eines einfahrenden Wagens zu einem Unfall mit tödlichem Verlauf geführt hatte. Die Flügeltore wurden durch eiserne Rolladen ersetzt.
1914 Schwerer Unfall vor dem Depot Burgwies. Auffahren eines Wagens der damaligen Linie 2 auf einen Forchbahnzug.
1916 Einbau einer hinteren direkten Einfahrt in die Räume der ehemaligen Kraftzentrale (4 kürzere Hallengeleise).
1919 Das längs der Südfassade des Depots verlegte AufsteIlgeleise wurde in Richtung der Depoteinfahrt verlängert und mittels einer Weiche angeschlossen (Kehrschleife).
20er Jahre Stationierung der betriebseigenen Dampfwalze für den Strassenunterhalt im Gleisbereich.
1928 23. November: Das Depot wird Schauplatz eines Mordes. Ein 33jähriger Reparateur wird aus politischen Gründen erschossen. Die Beerdigung hatte eine politische Demonstration des Personals zur Folge.
1931 Einbau von Sandsilokammern und neues Becherwerk sowie Umbau des Dienstgebäudes.
1954 Für das Einstellen von Trolleybussen (Linie 31) wird der Ausbau eines Geleises sowie die Frage einer hinteren Ausfahrt mit Pneufahrzeugen diskutiert. Das Projekt wurde jedoch fallengelassen.
1962 Beschluss, dass auf das Depot im Hinblick auf die zukünftige Beschaffung einer grösseren Zahl von Gelenkfahrzeugen nicht zu verzichten sei.
60er Jahre Verbreiterung der Forchstrasse. Damit verbunden die Verkleinerung des Depotvorhofes. Gesamterneuerung der Geleiseanlage in der Forchstrasse und im Vorhof. Wegfall der Dreigeleiseanlage in der Forchstrasse mit der einzigen Doppelzungenweiche («Engländer»). Später Wiederverwendung dieser Weiche in der Dienstgeleiseanlage neben dem Bahnhof Wiedikon. Der Anhängerbetrieb konnte dank den Gefällsverhältnissen weitgehend durch Abrollenlassen bewerkstelligt werden.
1968 Der ein Jahr zuvor gegründete «Verein Tram-Museum» (TMZ) erhält Gastrecht für die Ausübung seiner Tätigkeiten, bis zum Umzug in das Depot Kalkbreite Mitte der siebziger Jahre.
1969 75-Jahr-Jubiläum. Festakt mit Sportveranstaltungen des Personals. Im «Kontakt» und in der Quartierpresse wird über diese Feierlichkeiten berichtet. Zu diesem Anlass hat Eugen Mattes ein höchst amüsantes Gedicht über die Depotgeschichte verfasst.
um 1980 Ersetzen der Shedoberlichter durch Cupolux-Verglasung. Einbau neuer Rolladentore. Im Dienstgebäude wurden zu verschiedenen Zeiten je nach den geänderten Betriebsverhältnisses in kleinem Umfang Umbauten vorgenommen.
1997 Juni: Nach 103 Jahren Aufhebung des Depots für den allgemeinen Betrieb. Fortan dient es nur noch der Unterbringung von Dienst- und Museumswagen und als Reserveplatz. In den vielen Jahren waren beinahe alle Wagentypen in diesem Depot beheimatet, zuletzt die Fahrzeuge der Linien 8. 11 und 15.
Ernst Wetzel
Archivar TMZ
Letzte Änderungen: 27.09.03
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