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Das Tram-Museum Zürich besitzt in seiner technischen Sammlung auch zwei Kontroller (Fahrschalter) der ersten, von der Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) für Tramwagen hergestellten Generation.
Dieser Kontrollertyp besteht aus einem Kasten mit der Schaltwalze für die Umschaltung Fahren / Bremsen und Vorwärts- / Rückwärtsfahrt. Auf diesem aufgesetzt ist eine runde «Büchse» mit dem Drehschalter für die Wahl der Widerstandsabgriffe. Schaltwalze und Drehschalter sitzen auf einer gemeinsamen Welle.
Bei der älteren Ausführung des Kontrollers, welche bei der Strassenbahn Marseille - St. Louis (1892) und der Elektrischen Strassenbahn Zürich (ESZ) 1894/95 im Einsatz war, wird die Welle mit einem seitlichen Schwenkhebel über ein Umlenkgetriebe gedreht. Es ist ein Drehschaltergehäuse mit dem darauf stehenden Gussghäuse des Umlenkgetriebes erhalten geblieben. Die französische Aufschrift «ATELIERS D' OERLlKON, SUISSE 1892» steht im Zusammenhang mit der damaligen Lieferung nach Marseille.
Bei der moderneren Version für die Zentrale Zürichbergbahn (ZZB, 1895/96) sitzt die Handkurbel auf der Welle. Aufbau und Bedienung erinnern an Grossmutters «Kafimüli» (der ältere Kontroller dagegen an eine «Anketrülli»).
Der ZZB - Kontroller ist komplett erhalten, wie er um 1906/07 bei der Verstärkung der elektrischen Ausrüstung der nun der Stadt (StStZ) gehörenden Wagen ausgebaut worden ist.
Er besitzt 6 Fahrstufen (4 Widerstandsstufen, eine direkte und eine Feldschwächstufe). Für Rückwärtsfahrt ist nur eine (die erste Widerstands-) Stufe vorhanden und zur Geschwindigkeitsbegrenzung bei der Talfahrt dienen 2 Bremsstufen. Die Schaltwalze besteht aus 6 auf der Welle isoliert montierten Schleifringsegmenten. Diese sind mit der externen Schaltung (Motor, Widerstand) über 6 Kontaktfedern verbunden. Die Segmente stellen die mit der Kurbel gewählte Schaltung durch elektrische Verbindung der entsprechenden Kontaktfedern her.
Der Motorstrom wird über eine Funkenlöschspule geführt, welche zusammen mit der eisernen Welle ein Magnetfeld zur Löschung allfälliger Lichtbogen erzeugt. Diese primitive Art der Funkenlöschung war noch nicht sehr effizient. Die Stufen mussten rasch und genau geschaltet werden. Dass dies dem Personal nicht immer gelungen ist, zeigt der Zustand einiger Schleifringe. Auch der dazugehörige Widerstandskasten ist der Technischen Sammlung des Tram-Museums erhalten geblieben.
Hansueli Vogel
Der von 1895 stammende Kontroller der Zentralen Zürichbergbahn ist im Museum Wartau ausgestellt. In unserem 1994 erschienenen Museumsführer «Was Zürich bewegte», findet sich ebenfalls eine Beschreibung dieses aus der Anfangszeit des elektrischen Trambetriebes stammenden über 100jährigen Exponates. Es erinnert an die vor über 100 Jahren eröffnete Zentrale Zürichbergbahn und dürfte neben der Kraftstrasse in Fluntern und einigen ZZB - Billets in unserem Archiv das letzte Relikt aus der Zeit dieses bis 1905 existierenden privaten Trambetriebes sein. In Fluntern erinnert die Kraftstrasse an die zum ZZB - Depot gehörende «Kraftstation». Den Traktionsstrom erzeugten die von Gasmotoren getriebenen Generatoren, während das als Brennstoff verwendete Gas in speziellen Gaserzeugern aus belgischer Kohle (Anthrazit) gewonnen wurde; sozusagen ein Gaswerk im Kleinstformat.
Erwähnt werden darf, dass im Tram Museum alle je in Zürich eingesetzten Kontroller und Fahrmotoren noch vorhanden sind. Technikgeschichtlich etwas vom Besten, jedoch für Laien leider nicht besonders interessant.
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Der in unserem Museum gezeigte Kontroller der ZZB. |
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Links: der ZZB Kontroller geöffnet mit Blick auf die Schleifringe. Fotos: J. Lüthard Rechts: Zeichnung des bei uns in "Fragmenten" erhaltenen ESZ Kontrollers. |
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Letzte Änderungen: 30.08.2006
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