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Die Städtische Strassenbahn Zürich übernahm 1897 den Betrieb des privaten Rösslitrams (Pferdebahn). Im Jahre 1900 endete der im Vergleich mit dem elektrischen wenig leistungsfähige Pferdebetrieb. In einer Bausaison erfolgte der Umbau auf Meterspur und elektrische Traktion. Das war Anlass, in den Jahren 1900/01 eine grosse Serie von Motorwagen zu beschaffen, zu der auch Museumswagen Ce 2/2 102 gehört.
Seit 1900 wurden von der StStZ sämtliche Wagen mit geschlossenen Plattformen beschafft. Die Wagen der Baujahre 1898 bis 1899 besassen ein aus Amerika bezogenes Packham - Untergestell, während unser Wagen ein gleichartiges von der Wagonsfabrik Schlieren in Lizenz hergestelltes Untergestell besitzt. 1912 - 1916 wurde der sehr kurze Radstand von 1,66 m auf 2 m verlängert und die Federung auf vier starke Blattfedern vereinfacht.
Die ursprüngliche elektrische Ausrüstung mit 2 x 20 PS Motoren genügte schon bald den Anforderungen nicht mehr. Ab 1909 erhielten 20 Wagen Motoren zu 31 PS, ab 1909 folgten sukzessive 40 PS- Motoren, während von 1931 - 1934 zwei Motoren zu je 60 bzw. 73 PS zum Einbau kamen. Ausserdem verlegte man die ursprünglich unter dem Fussboden platzierten Widerstände auf das Dach, wo sie in Kästen auf einem gut sichtbaren Rahmen aus Profileisen montiert sind. Nebst der als Betriebsbremse dienenden elektrischen Motorbremse und der nachträglich eingebauten Schienenbremse muss zum Anhalten noch die Handbremse benützt werden, da sämtliche Längssitzwagen in unserem Bestand keine Druckluftbremsen besitzen.
Eine Besonderheit sind die weiss gestrichenen Latten des schönen Daches mit Oberlicht. Diese Ausführung folgte auf das anfänglich mit Klarlack sichtbar belassene Holzdach. Im weiteren besitzt der Wagen neben dem 1918 eingeführten optischen Signal (Patent StStZ) für die Abfertigung noch die ursprünglichen, auf den Plattformen befindlichen Zugglocken mit Lederseil.
Der Wagen 102 ist einer der wenigen, welche 1934/35 noch hauptrevidiert worden sind. Diesem Umstand, und dass er ab 1936 nur als Reserve eingesetzt war, ist sein guter Allgemeinzustand zu verdanken. Die letzten Wagen dieser Serie wurden Anfang 1942 ausser Betrieb genommen.
Bereits 1948 gehörte unser Wagen zu den ältesten in Zürich. So wurde er laut Geschäftsbericht bereits damals für Museumszwecke reserviert. Sein letzter Einsatz war wahrscheinlich während der "Züspa" 1953, als er zusammen mit dem Anhänger C 478 reich verziert als Ausstellungstram zwischen Hauptbahnhof und Oerlikon verkehrte. Normalerweise stand er sonst im Depot Oerlikon. 1954 verschenkte die VBZ den Wagen der Institution Verkehrshaus der Schweiz.
Unser Wagen 102 war ab 1954 während 17 Jahren in Vallorbe abgestellt, wo er als Ausstellungsgut für das geplante Verkehrshaus remisiert war. Nach der Zurückführung konnte der Wagen am 18.08.1971 in Zürich - Hardturm abgeladen werden, wobei die Wiederinbetriebnahme nach so langem Stillstand keinerlei Probleme bot! 1972 wurde dieses wertvolle Fahrzeug einem Neuanstrich unterzogen.
| Baujahr | 1900 |
| Serie | 85 - 142 |
| Hersteller mech. Teil | SIG |
| Hersteller el. Teil | MFO / BBC |
| Länge in Metern | 8.2 |
| Achsstand in Metern | 2.0 |
| Leergewicht in Tonnen | 11.0 |
| Leistung in PS/kW (bei 600 V) | 2 x 60 / 44 |
| Motortyp | TM 132 |
| Sitz- / Stehplätze | 16 / 17 |
| Ausrangierung | 1942 |
| An Tram-Museum | 1971 |
| Restaurierung VBZ / TMZ | 1972 |
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| Skizze im Ursprungszustand Zeichnung: H. Bodmer |
Plan der Serie, in der ursprünglichen Form. |
| Am Bellevue Foto: F. Kurz |
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Der Wagen wie er sich heute im Innern präsentiert: Im Unterschied zum Wagen 176 wurde hier die weiss gestrichene Decke belassen, obwohl auch diese bei der Ablieferung naturlackiert war. Foto: J. Lüthard |
Letzte Änderungen: 12.10.03
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