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Die Forchbahn ist die letzte der ehemaligen Zürcher
Oberländer Strassenbahnen. Dank weitgehender Trennung vom Strassenverkehr, der
Tunnelstrecke in Zumikon und modernem Rollmaterial ist aus der einst
beschaulichen Überlandstrassenbahn eine leistungsfähige Vorortsbahn geworden.
Als Besonderheit verkehrt sie auf der Stadtstrecke bis Rehalp mit 600 Volt,
während die Fahrleitung über die Forch mit 1200 Volt gespeist wird.
Der Wagen wurde nie ausser Betrieb genommen. Er war und ist im Eigentum, Besitz und Betrieb der Forchbahn.
In der VBZ Personalzeitschrift Kontakt 5/1987 erschien folgender Artikel zum Jubiläum 75 Jahre Forchbahn.
75 Jahre im Dienste der Forchbahn - aber wieder fit und neu - das ist der revidierte Wagen Nr. 4, ein typischer Vertreter der alten «Frieda Blau» (FB). 1912 als «fast letzter Schrei der Technik» gepriesen, gross, modern und dennoch sparsam, als Zweiachser konstruiert fast ein Tram - und doch etwas Bahn! «Ach wie sich doch die Umstände bis heute nicht gross verändert haben!» (Stossseufzer des Depotchefs der Forchbahn). Fünf Motorwagen waren es damals - und vier dazu passende Anhänger. Als einziger «Ueberlebender» steht die Nummer 4 nun wieder in altem Glanz auf dem Gleis 1. Ein würdiger Anhänger, der B 111, wartet nun noch im Depot Forch ebenfalls auf seine Erneuerung. Natürlich konnte dem restaurierten Wagen sein Aussehen von 1912 aus technischen Gründen nicht mehr zurückgegeben werden. Sein jetziges Äusseres geht auf die Jahre um 1960 zurück, als alle FB - Motorwagen Pantographen anstelle der Bügelstromabnehmer erhielten; alles andere blieb im jetzt wieder hergestellten Fahrzeug seit etwa 1932 unverändert.
Der 11,3 m lange und 19 t schwere Wagen war etwa das Grösste, was sich damals auf zwei Achsen auf Meterspur bewegte. Der feste Radstand von 4,8 m löste beim Bahndienst damals wie heute kaum grosse Begeisterung aus; er verleiht dem Wagen in der Geraden aber einen ruhigen Lauf. Nichts Neues war damals schon der knappe Rollmaterialbestand, so dass 1914 noch ein weiterer Motor- und ein Anhängewagen angeschafft werden mussten. Bis anfangs der dreissiger Jahre genügte jener Bestand, dann mussten von der ehemaligen Limmattalstrassenbahn die Pendelmotorwagen Nrn. 7 und 8 und von der ZOS (Zürich - Oerlikon - Seebach) der Dienstmotorwagen Nr. 51 als Occasionen hinzugekauft werden. Die Wagen 3 - 5 erhielten weitgehend eine neue elektrische Ausrüstung mit je zwei Motoren TM 141 zu 125 PS/h bei 1200 V. Dazu kamen neue Kontroller gleicher Ausführung wie die Vierachser 301 -350, der StStZ sowie neue Dachautomaten.
Das Fahrzeug Nr. 6 wurde umgebaut und mit einem dreiachsigen SLM - Lenkgestell ausgerüstet. Dies erlaubte ihm fast unbeschränkt zwischen Meilen und Schlieren auf dem gesamten VBZ - Netz zu verkehren. Unserem Wagen Nr. 4 wurde erst Ende der vierziger Jahre eine umfassende Revision zuteil. Bei jener Gelegenheit wurde ihm auch ein neuer Kompressor 2 A 70 eingebaut, über den auch das gesamte übrige ältere Rollmaterial der FB verfügt. Noch bis 1976, als die erste Serie «FB 2000» abgeliefert wurde, stand der Wagen immer wieder fahrplanmässig im Einsatz, später noch in Notfällen und für Extrafahrten für Gesellschaften. Der bauliche Zustand war nicht schlecht, aber Inneneinrichtung und elektrische Ausrüstung harrten immer dringender einer umfassenden Revision. 1986 wurde der Veteran aus dem Verkehr gezogen und fast total ausgeräumt. Je weiter die Arbeit vorankam, desto mehr wurde erkennbar, dass nur eine vollständige Erneuerung sinnvoll sei. Auf dem Untergestell blieben nur noch Seitenwandpfosten und Dach; wo nötig, wurde repariert. Böden, Innenverkleidung, Verkabelung und die gesamte Verrohrung wurden neu erstellt, das Untergestell sandgestrahlt und mit zweikomponentenfarben wieder gestrichen - ebenso das gesamte Fahrgestell.
Alle elektrischen Apparate wurden überholt., die Luftbremse umgebaut; pneumatische Fensterwischer sind ein Tribut an ein fahrtüchtiges Fahrzeug. Auch einige Anpassungen an der elektrischen Einrichtung waren nötig, ebenso eine 24-V-Batterie für Steuerstrom, Blockmagnet, Weichensteuerung, Scheinwerfer und Notbeleuchtung. Der FB- eigene Schreiner brachte die Inneneinrichtung wieder auf Hochglanz. Die Maler der Zentralwerkstätte VBZ sorgten im Depot Forch ihrerseits für den Aussenanstrich und einen Teil der Innenlackierung.
Für das bevorstehende Jubiläum steht das Fahrzeug nach seiner Verjüngungskur wieder in bester Form zur Verfügung, und für Gesellschaftsfahrten liegen schon seit langem Anfragen vor. Der dazugehörige Anhängewagen B 111 konnte wegen starker Arbeitsbelastung im Depot Forch auf die 75-Jahrfeier leider nicht instand gestellt werden. Dieser Anhänger hat in der Obhut des Vereins «Tram-Museum Zürich» viele Jahre in der alten Strassenbahnwerkstätte verbracht; nun wartet er auf der Forch auf seine Revision. An dieser Stelle möchte ich allen Mitarbeitern der Forchbahn, die sich vorbildlich und mit grosser Geduld um unsere alte «Frieda» bemüht haben, recht herzlich danken.
A. Wanner
| Baujahr | 1912 |
| Serie | 1 - 5 |
| Hersteller mech. Teil | SWS |
| Hersteller el. Teil | MFO |
| Länge in Metern | 11.35 |
| Achsstand in Metern | 4.8 |
| Leergewicht in Tonnen | 20.2 |
| Leistung in PS / kW (bei 600 V) | 2 x 100 / 74 |
| Motortyp | |
| Sitz- / Stehplätze | 24 / |
| Restaurierung FB | 1987 |
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Forchbahnzug am 01.12.73 u. Scheuren BDe 2/2 4 + B2 111 + K 25 Foto: W. Schubauer |
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CFe 2/2 4, am 18.07.81 bei Neuhaus
Foto: J. Lüthard |
Letzte Änderungen: 12.10.03
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Copyright © 1997 - 2003 Verein Tram-Museum Zürich |
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