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Ce 2/2 81 der Zürich - Oerlikon - Seebach Strassenbahn (ZOS)

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Noch ein Oerliker - Tram...

Vielen Vereinsmitgliedern und Passanten ist das ab und zu im Stadtbild anzutreffende grüne Oerliker - Tram ein Begriff. Nach einer umfassenden Restaurierung durch den TMZ ist der von 1897 datierende Ce 2/2 Nummer 1 seit 1986 wieder auf Zürichs Schienen unterwegs.

Doch vom Rollmaterial der ehemaligen privaten Strassenbahn Zürich - Oerlikon - Seebach (ZOS) ist noch ein zweiter Motorwagen vorhanden. Es handelt sich um einen ehemaligen Fernsteuerwagen.

Das Fahrzeug

Ja, einer dieser vier von der ZOS beschafften Wagen ist noch vorhanden! Nach einem wechselvollen Lebenslauf mit einigen Umbauten und Umnummerierungen beendigte der Wagen, mittlerweile zum Be 2/2 1025 geworden, im Jahre 1992 seine Laufbahn im Dienste der VBZ. Der TMZ verwendete sich für den Erhalt des Wagens, und fand mit der Firma WALO eine Lösung, den Wagen ausserhalb der Stadt Zürich geschützt abzustellen. Hier ruhte er bis zum Frühjahr 1999 im Dornröschenschlaf.

Die Vision

Ein kühnes Unterfangen, an eine Wiederinbetriebnahme zu denken? Eigentlich schon, denn das Fahrzeug muss gründlich revidiert werden. Doch was hat den TMZ - Vorstand bewogen, die entsprechenden Möglichkeiten auszuloten?

Wissen und Techniken zu Restaurierung und Unterhalt dieser Fahrzeuggeneration sind im Abnehmen begriffen, ja sie drohen teilweise auszusterben!

Dank der laufenden Restaurierungsarbeit am «Lisebethli» ist bei VBZ und TMZ einiges an speziellem Know-how vorhanden.

Der TMZ hat unter anderem im ergänzenden Arbeitsmarkt in der «Werkstatt Holz» und im Loki-Atelier versierte Partner gefunden.

Die Idee

Das Fahrzeug soll äusserlich wieder in den Ablieferungszustand der Strassenbahn Zürich - Oerlikon - Seebach versetzt werden. Es wird aber weder sinnvoll noch machbar sein, die elektrische Ausrüstung umzubauen. Wagen ZOS 81 wird dann, wieder im grünen Kleid, die letzte von dieser Trambahn beschaffte Fahrzeuggeneration dokumentieren. Im Jahre 1929, zur Zeit der Inbetriebsetzung dieses bemerkenswerten Fahrzeuges, spielte die ZOS in der Region eine wichtige Rolle. Dieses Unternehmen verband die bis 1934 selbständige Gemeinde Oerlikon, Sitz bekannter Industriebetriebe (MFO, SRO, Werkzeugmaschinenfabrik usw.) mit den Umlandgemeinden Glattbrugg und Schwamendingen. Weiter erschloss die Strecke über den Milchbuck das Zürcher Quartier Unterstrass und bot am Central Anbindung zur Städtischen Strassenbahn Zürich. Die Erschliessung der Region durch die ZOS trug zur Prosperität des damaligen Industriestandortes Oerlikon bei.

Ein mögliches Vorgehen

Die Werkstätte des Tram-Museums ist mit anderen Projekten beschäftigt; auch glauben wir, dass eine vollkommen eigenständige Abwicklung eines Projektes dieser Grössenordnung - in einer angemessenen Zeit - relativ schwierig ist. Daher sucht der TMZ eine Arbeitsteilung und die Zusammenarbeit mit Partnern.

Das liebe Geld...

Das ganze Projekt steht und fällt mit der Beschaffung der nötigen finanziellen Mittel. Wir sind aber überzeugt, dass das Vorhaben eine reelle Chance haben kann. Aus diesem Grunde zählen wir unter anderem natürlich auf Sie, liebe Mitglieder und Förderer des Tram-Museums! Bei der Grössenordnung des Vorhabens ist allein seine Finanzierung ein eigenständiges Projekt! Haben Sie Ideen dazu oder noch besser, möchten Sie ebenfalls aktiv mitarbeiten? Bitte kontaktieren Sie den Unterzeichneten!

Wo anfangen, wie weiter?

Erste grundsätzliche Abklärungen sind eingeleitet: Die Zentralwerkstätte der VBZ klärt den technischen Zustand des Fahrzeuges eingehend ab und definiert die notwendigen Arbeiten und Kosten. Zu diesem Zweck ist Motorwagen 81 am 14. April 1999 per Tieflader nach Altstetten überführt worden.

Diese Kostenschätzung erlaubt, den finanziellen Rahmen des Projektes zu überblicken, Möglichkeiten zur Mittelbeschaffung zu prüfen und auch sehr wichtig, Partner zur Ausführung von einzelnen, abgegrenzten Teilprojekten im technischen Bereich zu finden. (Sponsoren von Sachleistungen, ergänzender Arbeitsmarkt usw.).

Diese Vorabklärungen ermöglichen uns, die Machbarkeit des ambitiösen Vorhabens besser beurteilen zu können und Entscheidungsgrundlagen zu liefern.

Mit diesen Informationen möchte Ihnen der TMZ weder grosse Versprechungen machen, noch irgendwelche Sachzwänge schaffen! Allerdings ist es schon so, wenn das Tram - Museum niemanden über seine Absichten informiert, wird deren Umsetzung auch nicht einfacher. Und die Chance, auf das heute noch vorhandene Wissen zurückzugreifen, die sollten wir nutzen!

Martin Schnider

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Technische Daten ZOS Ce 2/2 81

Baujahr 1929 (31)
Serie 81 - 84
Hersteller mech. Teil SWS / (StStZ)
Hersteller el. Teil MFO / (StStZ)
Länge in Meter 9.6
Achsstand in Meter 2.6
Leergewicht in Tonnen 13.5 (14.9)
Leistung in PS/kW (bei 600 V) 2 x 80 / 59
Motortyp E 23
Sitz- / Stehplätze 20 / 21
Ausrangierung 1992
An Tram-Museum 1992
Restaurierung geplant

Unser zukünftiger Museumswagen 81 in seiner ursprünglichen Variante, mit grünem Anstrich, ohne Luftbremse, mit Vielfachsteuersteckdosen und mit Pantograf.
Um 1929 am Sternen Oerlikon.
Ansicht der Plattformen, in der ursprünglichen Ausführung:
Handbremse als normale Anhaltebremse und keine Luftbremse
Kontroller mit zusätzlicher Umschaltwalze für Vielfachsteuerung
Scheibenwischer handbetätigt
Volt- und Amperemeter über Fenster
Türen kein Einklemmschutz
Boden mit Fischgrätmuster
Eine wunderschöne Aufnahme der MFO.
Nur, im Betrieb war das kaum möglich. Wie hätte der Zug im Gefälle oder in der Steigung nur mit der Handbremse des führenden Motorwagens gehalten werden sollen? Es gab nur die elektrische Motorbremse und die davon abhängige Solenoidbremse auf den Anhängern, sowie die nicht als Betriebsbremse geeignete Schienenbremse.

Foto: MFO, Bahnhof Oerlikon um 1929

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Die Überfuhr in die Wartau

Am Mittwoch den 15.09.99, wurde unser zukünftiger Wagen ZOS Ce 2/2 81 von der VBZ Zentralwerkstatt (ZW) nach unserem Museum in der Wartau überführt.

Davor befand sich der Wagen zu eingehenden Abklärungen in der ZW. Da er dort nicht bleiben konnte, musste ein anderer Platz her. Wir entschlossen uns, den Wagen in unserem Museum unterzubringen. Damit möchten wir folgendes erreichen:

Nun ist unser Depot auf den letzten Meter ausgefüllt! Der Wagen steht auf Gleis drei, zusammen mit dem Postrolli LSB Z2 und dem Plattformwagen X2 101.

Im Museum müssen alle Fahrzeuge bewegbar sein. Um die Ausstellung zu besichtigen oder Arbeiten auszuführen, sind die Wagen auf den Vorplatz zu verschieben. Dieses Manöver muss durch eine einzige Person alleine durchführbar sein. Diese beiden Forderungen betreffen auch den ZOS – Wagen. Dafür wurde in der ZW der Pantographen (Stromabnehmer) entfernt und ein Kabel  montiert, zur Stromspeisung ab Schweisstrafo. Dadurch kann der Wagen, wie alle Motorwagen, im Schritttempo bewegt werden.

Dies lässt Rückschlüsse zu. Prinzipiell ist die gesamte elektrische Starkstrom Ausrüstung funktionsfähig. Von beiden Plattformen aus ist der Wagen mit den Kontrollern (Fahrschalter) fahrbar. Da jedoch nicht klar ist, wie die Isolationen sind, ist es gut, dass der Pantograph nicht mehr vorhanden ist. So kann der Wagen nicht mit der Fahrleitungsspannung in Kontakt kommen, denn dies würde er möglicherweise nicht vertragen.

Die Überfuhr geschah mit unserem „Elefanten" als optimales Zugfahrzeug. Dieser befand sich sowieso zur Kontrolle in der ZW und musste ins Depot Oerlikon. Im Hof der ZW wurde unser „Elefant" vor den ZOS gespannt, und siehe da, bei der Bremsprobe stellten wir erfreut fest, dass an unserem ZOS sogar die Schienenbremsen funktionierten! Zum Verständnis: Bei einer Notbremsung wird über einen Pufferkontakt an der Kupplung vom Motorwagen Spannung auf den / die Anhängewagen geleitet, um so die Schienenbremsen zu erregen. Dies funktioniert auch bei geschleppten Motorwagen. Die Luftbremse konnte nicht durchverbunden werden, da im ZOS einige Apparate zur Abklärung bewusst entfernt wurden (Manometer etc.). Prinzipiell ist es möglich, einen Motorwagen mit Luftbremse wie ein Anhängewagen zu bremsen. Da nun im Falle einer theoretisch möglichen Zugstrennung (brechen der Kupplung), kein automatisches Bremsen des Wagens erfolgt wäre, musste auf dem ZOS ein Zugsbegleiter zur allfälligen Bedienung der Handbremse mitfahren. Bei der nun nach jahrelangem Stillstand folgenden ersten längeren Fahrt, zeigte es sich, dass der Wagen über einwandfreie Laufeigenschaften verfügt. Keines der Lager wurde heiss und keine abnormalen Geräusche waren wahrnehmbar! Die Fahrt war absolut problemlos!

Jürg D. Lüthard

Bei der Haltestelle Schwert
Der Wagen anlässlich der Überfuhr ins Tram - Museum.

ZOS Ce 2/2 81 in der Burgwies

Unser zu revidierender Motorwagen ZOS Ce 2/2 81 wurde am Samstag den 7. September 2003 vom Tram Museum in der Wartau in die Halle des zukünftigen Tram Museums Burgwies verschoben, um so dem bald fertig zwischenrevidierten Wagen Ce 2/2 102 Platz zu machen.

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Letzte Änderungen: 12.10.03


Skizze Tramzug

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