Stadtkultur er - f a h r e n . . . |
![]() |
| Aktuell | Infos für Gäste | Museums-Linie | Tram - Shop | Sammlung | Zeitreise | |
| Züri - Bus | Loisl - Galerie | Wir über uns... | Rückspiegel | Gästebuch | Links | |
| Inhalt | E - Mail | |||||
Aus Strassenbahn - Kurier 2-3/78
1928 nahm die Städtische Strassenbahn Zürich StStZ die letzte Serie von zweiachsigen Motorwagen in Betrieb. Bereits ein Jahr später, 1929, erschienen dann die ersten Vierachsmotorwagen auf dem Zürcher Tramnetz, die leistungsfähigen "Elefanten".
Von 1928 bis 1972 verkehrten diese Zweiachsmotorwagen, wegen ihrer schnell- und hochtourig laufenden Motoren "Schnellläufer" genannt, fahrplanmässig. Der Abschied von diesen Wagen, im Volksmund als "s' Sächsitram" bekannt, entwickelte sich zu einem spontanen Volksfest.
1919 erschienen die ersten Quersitzmotorwagen auf dem Zürcher Tramnetz, die Ce 2/2 241 - 260, ab 1946 Nr. 1241 - 1260. Diese Wagen bewährten sich sehr, so dass 1927 wiederum ähnliche Motorwagen bestellt wurden.
![]() |
||||
Diese prächtige Foto entstand im Tiefenbrunnen. Die dargestellte Vielfachsteuerung besassen diese Wagen jedoch nie. Die Luftbremse ist noch nicht eingebaut. |
||||
Eigentlich wollte die StStZ schon 1926 zehn Vierachsmotorwagen bestellen; aus Architektenkreisen, welche eine Verschandelung des Stadtbildes befürchteten machte sich sodann einige Opposition breit. Grosse Drehgestelltriebwagen passten nicht in den Zürcher Stadtverkehr, die Wagen seien im Betrieb zu teuer und ausserdem nur zu den Spitzenzeiten ausgelastet, hiess es.
Aus diesen Gründen erfolgte sodann eine Bestellung von einem Dutzend Zweiachsmotorwagen, welche 1928 unter den Nr. Ce 2/2 1 - 8 und 31 - 34 abgeliefert wurden.
Diese Wagen Ähnelten stark den Wagen 241 - 260 der ersten Quersitzerserie, sie unterschieden sich von den letzteren durch die rasch laufenden Motoren mit ihrer zur Wagenlängsachse parallelen Ankerwelle und durch das doppelte Zahnradvorgelege. Die Motoren waren wesentlich kleiner - obwohl sie mehr als die alten, langsamen "Brummer" leisteten - und erlaubten somit die Tieferlegung des Wagenbodens. Überdies konnte auf lästige Trittstufen verzichtet werden. Wegen der kleinen Motoren und des kleineren Raddurchmessers war allerdings die Adhäsion ein bisschen schlechter, ausserdem fiel das schrille Fahrgeräusch stark auf. Schwierigkeiten mit den tiefliegenden Motoren gab es im Winter 1931/32 auf Flachlandlinien, als Salzwasser, das die Weichen auftauen sollte, in die Fahrmotoren geriet. Später wurden die "Schnellläufer" bevorzugt auf Bergstrecken eingesetzt, wo sich Salzwasserlachen nicht bilden konnten. Lange Blattfedern ermöglichten einen weichen Lauf, welcher bei den alten Wagen zu vermissen war. Als Neuerung erhielten die Wagen eine Innenbackenbremse, welche wegen Nichtbewährung bereits 1932 wieder ausgebaut wurde. Als Ersatz wurde eine normale Klotzbremse und gleichzeitig eine Druckluftbremse eingebaut.
Als Besonderheit erhielten die Wagen Ce 2/2 31 - 34 eine Vielfachsteuerung vom Typ Sécheron. Diese sollte die Bildung von Dreiwagenzügen in der Formation TW + TW + BW während den Spitzenzeiten auf den Hauptlinien ermöglichen. Da diese elektropneumatische Vielfachsteuerung einen Kompressor bedingte, besassen diese Wagen von Anfang an die Druckluftbremse und elektropneumatische Sander. In Zürich war diese in Wien und bei den SBB bewährte Vielfachsteuerung kein grosser Erfolg. Schwierigkeiten boten vor allem die elektrischen Weichenkontakte am Fahrdraht, wozu man jeweils den zweiten Motorwagen auszuschalten hatte. Besonders Kontakte in Steigungen stellten an den Wagenführer einige Ansprüche. Bei den 1929 abgelieferten Wagen Ce 2/2 9 - 20 verzichtete man bereits auf die umständliche Vielfachsteuerung; bei den Wagen Ce 2/2 31 - 34 wurde sie 1932 entfernt.
1929 nahm auch die private Strassenbahn Zürich - Oerlikon - Seebach (ZOS) vier "Schnellläufer" in Betrieb. Diese waren weitgehend mit den "städtischen" Wagen identisch, lediglich soll das Dach stärker gewölbt gewesen sein.
Auch diese Wagen mit den Nummern Ce 2/2 81 - 84 besassen eine Vielfachsteuerung, welche den Betrieb mit den gleichzeitig erbauten Anhängewagen C2 41 - 44 (StStZ Nr. C2 627- 630) erlaubten. Diese Vielfachsteuerung stammte von der Maschinenfabrik Oerlikon und arbeitete auf elektromagnetischer Basis. Obwohl Vierwagenzüge (Formation TW + BW + BW + TW), ja sogar Sechswagenzüge mit vier Anhängewagen gebildet werden konnten, wurde von dieser Vielfachsteuerung seIten Gebrauch gemacht.
Wegen dieser Vielfachsteuerung erhielten diese Wagen als erste Zürcher Tramwagen einen "schwerfälligen und unschönen" MFO-Pantographen mit Doppelwippe, die Sécheron-Vielfachsteuerung hingegen funktionierte mit normalen Lyrabügeln.
1931, mit der Übernahme der ZOS durch die Stadt Zürich, kamen die Ce 2/2 81 - 84 in den Bestand der StStZ. 1932 erfolgte der Ausbau der Vielfachsteuerung und der Einbau der Druckluftbremse und sonstige Anpassungsarbeiten.
Bei der Übernahme erfolgte auch die Umnummerierung, welche allerdings nicht mehr genau eruiert werden kann. Mangels anderer Angaben muss noch immer angenommen werden, dass die Wagen die Nr. Ce 2/2 25 - 28 erhielten. Nachweislich erhielten diese Wagen unmittelbar bei der Übernahme die Nr. 21 - 24. Später müssen diese Wagen abermals umnummeriert worden sein und höchst wahrscheinlich mitten in verschiedene Serien gestreut worden sein. Vermutlich besassen die ehemaligen ZOS-Wagen den gleichen Hauptschalter wie die "Elefanten" .Die anderen "Schnelläufer" dagegen einen Drehhauptschalter; äusserlich können diese zwei Typen durch den Dachaufbau über dem Hauptschalter gut unterschieden werden. Nach dieser Version wären die Be 2/2 1021, 1022, 1023 und 1026 ehemalige ZOS-Wagen. Auch sollen die ZOS-Wagen eine stärkere Dachwölbung besessen haben, hier wäre u.a. auch der Be 2/2 1025 ein ehemaliger ZOS-Wagen. Die Umnummerierung dieser Wagen ist also noch nicht geklärt, die Version mit Umnummerierung in Ce 2/2 25 - 28, die offizielle Version muss vorerst noch akzeptiert werden.
R. Gerbig
Letzte Änderungen: 10.10.03
|
Copyright © 1997 - 2003 Verein Tram-Museum Zürich |
|