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Etwas Technik um den TM 11 Motor
Die 1909 eingeführten «grossen» Anhängewagen (Serie 421 später 501...) verlangten entsprechend starke Motorwagen und die StStZ sah sich nach geeigneten Motoren um, welche stärker als die zuvor beschafften 30 PS -Motoren von AEG, aber nicht so stark wie die von MFO vor kurzem für die Albisgütlibahn und die ZOS gelieferten 42 PS -Motoren sein sollten. MFO gewann die Ausschreibung mit ihrem «neuen 38 PS - Motor» Typ TM 11 und wurde damit (mit Ausnahme der Secheron - Motoren der ersten «Schnelläufer») bis 1946 Alleinlieferant der Trammotoren der StStZ.
MFO lieferte der StStZ zwischen 1909 bis 1915 insgesamt 234 TM 11 zu Stückpreisen zwischen 2320 und 2740 Franken. Die 134 vor 1911 gelieferten Motoren besassen noch keine Wendepole und wurden 1915/17 mit solchen ausgerüstet. 1915 waren TM 11 in den Wagen 110-139, 149-236, d. h. in 54% der StStZ - Personenmotorwagen eingebaut und bewältigten einige Jahre lang den grössten Teil des Zürcher Tramverkehrs. Der Anhängerbetrieb auf Steilrampen (z.B. Fluntern) verlangte aber noch stärkere Motoren und so wurden die TM 11 ab 1919 schubweise durch 60 und 73 PS- Motoren verdrängt und in die für leichteren Dienst vorgesehenen Motorwagen versetzt. 1926 waren sie noch in den Wagen 1-6 (Z-H) 11-19 (IStB), 21, 85-139, 141-143, 149-190 zu finden. Zwischen 1925 und 1935 sind sie dann generell durch die stärkeren Motoren ersetzt, in Reserve- und Dienstwagen eingebaut oder an andere Trambetriebe (u.a. Biel, Genf) verkauft worden. Als 1931 die Motorwagen der Limmattal - Strassenbahn an die StStZ übergingen, «erbten» auch einige dieser Wagen, darunter unser LSB 2, solche TM 11 mit den Getrieben und Radsätzen.
Man kann nun fragen, warum, nachdem schon die ursprüngliche Antriebseinheit des LSB 2 nicht mehr vorhanden ist, nicht wie beim ZOS 1 die stärkeren und unterhaltsfreundlicheren 73 PS - Motoren aus abgebrochenen Dienstwagen verwendet werden. Nun sind die Antriebseinheiten (Motoren, Getriebe und Radsätze) konstruktiv aufeinander abgestimmt und Teile verschiedener Generationen lassen sich nicht ohne weiteres austauschen. Zu den TM 11 gehörten 115 mm -Achsen und Speichenräder (welche den ursprünglichen von 1900 sehr ähnlich sind), während die Antriebe mit 73 PS - Motoren 130 mm -Achsen und Scheibenräder besitzen. Damit der LSB 2 auch weiterhin mit eleganten Speichenrädern fahren kann, haben wir uns entschlossen, die bestehenden Antriebseinheiten mit den TM 11 - Motoren durch die VBZ -Zentralwerkstatt vollständig überholen zu lassen. Nach den (im TMZ -Archiv vorhandenen) Lieferscheinen der MFO wurden diese Motoren im Februar 1911 geliefert und haben Ende 1917 Wendepole erhalten.
Diese «Schönheit» hat allerdings auch ihren Preis. Der TM 11 ist unbelüftet und besitzt durchwegs Gleitlager. Er liebt weder stundenlange Berg- und Talfahrten noch hohe Drehzahlen. Es sind deshalb weder Anhängerbetrieb noch ein Einsatz auf Bergstrecken vorgesehen. Der Motor gibt bei 600 V eine Stundenleistung von ca. 45 PS. Beschleunigung und Geschwindigkeit des LSB 2 werden etwa dem Wagen 102 mit Anhänger 455 entsprechen.
TM 11 -Reservemotoren sind in Zürich schon seit Jahrzehnten nicht mehr vorhanden. Um «für den Fall eines Falles» gerüstet zu sein, haben wir uns an die seinerzeit nach Genf verkauften Motoren erinnert und dass solche noch in zwei zum Abbruch vorgesehenen Dienstwagen eingebaut sind.
Durch Vermittlung unserer Genfer Kollegen von der AGMT haben uns die Transports Publics Genèvois TPG zwei TM 11 - Motoren und Reserveanker grosszügigerweise gratis überlassen. Das Genfer Material ist inzwischen von der LSB-Arbeitsgruppe zur Kontrolle zerlegt, gereinigt und lagerfähig wieder zusammengebaut worden. Bei der «Handhabung» der rund 250 kg schweren Einzelteile hat uns das Depot Hard mit dem Kranwagen 1953 wertvolle Hilfe geleistet.
Hansueli Vogel
Letzte Änderungen: 30.09.03
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